21/6/2017: Blockchain als digitaler Treiber für die Energiewende

  • Transaktionen in Echtzeit ermöglichen dezentrale Energieversorgung.
  • Energieversorger profitieren von neuen Geschäftsmodellen und Effizienzgewinn.
  • Deutschland kann Vorreiter werden in der Blockchain-Technologie.

„Wenn wir über die Energiewende 4.0 sprechen, dann ist Blockchain ein wesentlicher Schlüssel. Diese Technologie ermöglicht all das, was die Energieversorgung der Zukunft benötigt: Schnelligkeit, Kosteneffizienz und Sicherheit“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland anlässlich der Veröffentlichung der neuen Ausgabe „Energie für Deutschland“.  Im Schwerpunkt widmet sich die Publikation dem Thema „Blockchain – digitaler Treiber für die Energiewende“.

Blockchain, aus der Finanzbranche bekannt mit dem Anwendungsfall „Bitcoin“, ist eine dezentrale Datenbank. Ihre Einträge können unwiderruflich gespeichert und theoretisch nicht manipuliert werden. Eine Transaktion kommt sofort zustande, nachdem die beteiligten Parteien ihre Bedingungen in der Blockchain dezentral doku-mentiert und verifiziert haben.

Die Anwendungsfälle im Energiesektor sind vielfältig. Besonders vielversprechend ist die vereinfachte Einbindung von kleinen, dezentralen, erneuerbaren Erzeugungsanlagen in das Strom-Verteilsystem. Hierbei lassen Angebot und Nachfrage in Echtzeit darstellen. Der Stromhandel beispielsweise wäre damit direkt zwischen Erzeuger und Verbraucher möglich, ohne einen vermittelnden Dritten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Trans-aktionskosten werden drastisch gesenkt, der Handel wird schneller, aber auch sicherer, da die Datenhoheit bei jedem einzelnen Teilnehmer liegt. Von dem noch jungen Geschäftsfeld sowie vom Einsparen von Prozess-schritten könnten hierbei Energieversorger profitieren, denn Blockchain ermöglicht eine Verringerung von Transaktionskosten für die Abwicklung von kleinteiligen Energielieferungen.

Vor Markreife müssen jedoch noch einige Hürden bewältigt werden – vor allem technischer sowie regulatorischer Natur. Die Herausforderungen beziehen sich vor allem auf den hohen Energieverbrauch der Blockchain-anwendung, eine geringe Skalierbarkeit sowie technische Implementierungsprobleme. Zu den rechtlichen Hürden zählen unter anderem Fragen der Haftung und der Rückabwicklungsmöglichkeit von Transaktionen.

„Es ist davon auszugehen, dass die Entwicklung der Blockchain weiter voranschreitet“, so Uwe Franke. „Deutschland könnte Vorreiter sein in der Anwendung von Blockchain im Energiesystem, denn neben der Dezentralität und der digitalen Vernetzung spielt zunehmend IT-Sicherheit eine Rolle. Diese Themen sind und werden auch in anderen Ländern der Welt relevant.“ So unterstütze der globale Weltenergierat ebenfalls die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie im Energiesektor in der internationalen Energy Web Foundati-on.

Hier finden Sie die Publikation.