World Energy Outlook

Der World Energy Outlook (WEO) zählt weltweit zu den bedeutendsten Energiemarktanalysen und hat international einen großen Stellenwert. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem BDI organisiert der Weltenergierat – Deutschland die jährliche Präsentation und Diskussion des World Energy Outlook durch die Internationale Energieagentur (IEA) in Berlin.

Präsentation WEO 2017 am 17. November 2017 in Berlin

Alljährlich ist die Präsentation des World Energy Outlook (WEO) ein Highlight des energiepolitischen Kalenders in Berlin. Am Ende der COP23 in Bonn und inmitten der Gespräche zur Formierung einer neuen Bundesregierung galt dies jedoch besonders.

In enger Zusammenarbeit mit dem BMWi und dem Weltenergierat stellte Dr. Fatih Birol, Exekutivdirektor der IEA, das Zahlenwerk am 17. November 2017 beim BDI vor mit anschließender Diskussionsrunde. Einige Kernaussagen des WEO 2017:

  • Der weltweite Primärenergieverbrauch steigt bis 2040 um 28 % im Vergleich zu 2016 – und damit deutlich geringer als zuvor, was aber dennoch dem heutigen Verbrauch von China und Indien zusammen entspricht.
  • 40 % des Anstiegs im Primärenergieverbrauch werden aus erneuerbaren Energien gedeckt.
  • Die Verbrauchskurve bei Öl flacht sich deutlich ab; allerdings setzt sich das Wachstum noch bis 2040 fort. Dann wird der globale Ölverbrauch 10 % höher sein als heute.
  • Der weltweite Verbrauch an Kohle steigt bis 2040 nur noch um knapp 5 % gegenüber 2016. Die Nutzung von Erdgas expandiert um 45 %. In den 2030er Jahren löst Erdgas damit die Kohle als weltweit zweitwichtigsten Energieträger – nach Erdöl – ab.
  • Die Perspektiven für die Kernenergie haben sich eingetrübt. Der bis 2040 erwartete Zuwachs entspricht nur noch 47 %; im WEO 2016 war noch ein Plus von 78 % angesetzt worden.
  • Die weltweite Stromnachfrage nimmt bis 2040 um 59 % und damit doppelt so stark zu wie der Primärenergieverbrauch.
  • Die Zahl der Elektrofahrzeuge vergrößert sich von weltweit heute 2 Millionen auf 280 Millionen bis 2040.
  • Die globalen energiebedingten CO2-Emissionen nehmen bis 2040 noch um 11 % im Vergleich zu 2016 zu. Zwar flacht sich damit der Emissionsanstieg im Vergleich zur Vergangenheit deutlich ab. Allerdings würde mit einer solchen Entwicklung das Ziel, den Temperaturanstieg auf unter 2 Grad zu begrenzen, deutlich verfehlt.

Hier finden Sie die Präsentation zum WEO 2017.

Programmablauf

Prof. Dieter Kempf, Präsident, Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Rainer Baake, Staatssekretär, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Vorstellung des World Energy Outlook (WEO) 2017
Dr. Fatih Birol, Exekutivdirektor, Internationale Energieagentur (IEA)

anschließend Diskussion
Dr. Fatih Birol
Oliver Krischer MdB, Bündnis 90/Die Grünen
Prof. Dr. Xianzhang Lei, State Grid of China
Klaus Schäfer, Uniper SE
Dr. Kirsten Westphal, Stiftung Wissenschaft und Politik
Moderation: Dr. Carsten Rolle, Weltenergierat – Deutschland