Zitat der Woche

Mit Grafiken, Zahlen und Zitaten informieren wir jede Woche zu aktuellen nationalen und internationalen Energiefragen.

„Der Handel mit LNG wächst bis 2035 sieben Mal so stark wie der Handel mit Pipeline-Gas.“

Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland

Der weltweite Handel mit Flüssigerdgas (LNG) werde zukünftig sehr viel stärker wachsen als der Handel mit Pipeline-Gas, hatte Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland, beim Energy Leaders Innovationsforum im Februar 2017 prognostiziert.

Als aktuelles Beispiel dafür dient Polen. Anfang Juni erhält der Öl- und Gaskonzern PGNiG das erste Flüssigerdgas von seinem neu gewonnenen amerikanischen Lieferanten Cheniere Energy aus Louisiana. Derzeit bezieht Polen bereits LNG aus Norwegen und dem Nahen Osten.

Das polnische Importterminal in Swinemünde könnte damit zu einem wesentlichen Umschlagplatz für LNG-Lieferungen aus den USA nach Zentral und Osteuropa werden. Das von Gaz-System betriebene Terminal hatte erst kürzlich den Ausbau der Importkapazität um 50 Prozent auf zukünftig 7,5 Milliarden Kubikmeter im Jahr beantragt. Dies entspricht etwa der Hälfte des derzeitigen Gaserbrauchs Polens von durchschnittlich 15 Milliarden Kubikmetern in Industrie, Verkehr und Haushalt. Polen verfolgt damit die Diversifizierung seiner Gasversorgungsquellen konsequent weiter. Etwa 30 Prozent des Bedarfs werden derzeit aus heimischen Lagerstätten gewonnen. Der Rest wird vornehmlich aus dem Nachbarstaat Russland importiert.

LNG hat gegenüber dem Brennstoff in Gasform den Vorteil, dass sein Volumen 600-mal kleiner ist und sich auch über lange Strecken kostengünstig mit dem Schiff transportieren lässt. Darüber hinaus wird bei der Verflüssigung das Gas gereinigt und ist daher umweltfreundlicher.

Weitere Informationen zum Thema LNG lesen Sie auch in der April-Ausgabe des World Energy Focus, dem monatlichen e-magazine des World Energy Council.