27/6/2014 Weltenergierat – Deutschland: Energiewenden sind ein globales Phänomen, aber nur in Deutschland ist Klimaschutz der Treiber


Weltenergierat – Deutschland: Energiewenden sind ein globales Phänomen, aber nur in Deutschland ist Klimaschutz der Treiber

  • Versorgungssicherheit und industriepolitische Motive im Mittelpunkt anderer Energiewenden
  • Deutschland findet keine Nachahmer, aber Profiteure

„Energiewenden gibt es in vielen Ländern der Welt, aber nur in Deutschland ist Klimaschutz die dominierende Motivation für den Systemwandel“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland, bei der Vorstellung der neuen Publikation „Energie für Deutschland 2014″ in Berlin. Im diesjährigen Schwerpunktbeitrag „Globale Energiewenden – Vergleichende Analyse ausgewählter Länder und Implikationen für die deutsche Energiedebatte“ wird die Transformation der Energiesysteme in China, Saudi Arabien, Südafrika, Brasilien und den USA untersucht. Das Fazit: Alle diese Länder wappnen sich für die Zukunft und setzen dabei auf die Förderung von Erneuerbaren und Energieeffizienz. Im Vordergrund stehen dabei nicht klimapolitische Ziele, sondern die Sicherung der Versorgung mit Energie und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes. „Nur wenn Energie jederzeit und günstig verfügbar ist, können sich moderne Industriestaaten entwickeln und Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Franke.

Trotz des weltweiten Ausbaus von Erneuerbaren, ist der Weg noch lang: Bislang machen Photovoltaik und Windkraft nur rund 3 % des Weltenergieverbrauchs aus. Über 80% wurden 2013 durch fossile Energieträger gedeckt. „Jedes Land muss seine eigenen Energieressourcen optimal und effizient nutzen. Nur so kann Klimaschutz realisiert werden. Das gilt im Übrigen auch für Erneuerbare: Sie können heute bereits wettbewerbsfähig sein, aber nur an geeigneten Standorten“, so Franke. Deutschland ist mit rund 36 GW installierter Leistung an Photovoltaik Anlagen weltweit das Land mit der größten Solarkraftkapazität. Das sind doppelt so viele Kapazitäten wie in China, das mit 18 GW den zweiten Platz besetzt. Im sonnenreichen Spanien sind knapp 5 GW installiert.

„Die Welt hat von dem deutschen EEG profitiert: Durch unsere Förderung konnten die Kosten für diese Technologien nach und nach gesenkt werden. So werden Erneuerbare auch in Ländern attraktiv, die sich diese Technologien zuvor nicht leisten konnten“, erklärt der Präsident. „Dies war ein wichtiger entwicklungspolitischer Beitrag Deutschlands für viele Länder.“ In Europa profitierten auch die Nachbarn von günstigen Börsenpreisen in Zeiten, in denen die Sonne scheint und der Wind weht. So hat Deutschland indirekt einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Doch Deutschland kann auch nachträglich von den eigenen Erfahrungen aus der Transformation des Energiesystems profitieren: „Das Wissen um die Systemintegration fluktuierender Erneuerbarer sowie damit verbundene neue Geschäftsmodelle werden mit dem Fortschritt der globalen Energiewenden weltweit an Relevanz gewinnen.“