31/03/2016: Weltenergierat veröffentlicht World Energy Issues Monitor 2016

  • Russland, die Situation der EU und Rohstoffpreise größte Herausforderungen für deutsche Energiewirtschaft 
  • Verunsicherung auch wegen möglicher Cyberattacken

Der Weltenergierat hat den World Energy Issues Monitor 2016 veröffentlicht. Für den Bericht wurden mehr als 1.200 CEOs, Minister und Experten aus über 90 Ländern befragt. Mit Blick auf Deutschland werden Russland, die Situation innerhalb der EU und die volatilen Rohstoffpreise als größte Unsicherheitsfaktoren für die deutsche Energiewirtschaft genannt. Große Verunsicherung herrscht auch wegen möglicher Cyberattacken.

Aus geopolitischer Perspektive sehen die deutschen Energieexperten, wie bereits 2015, Russland als größte Quelle für mögliche Unsicherheiten. In diesem Zusammenhang werden unter anderem der Konflikt mit der Ukraine und die EU-Sanktionen gegen Russland angeführt. Als weitere Ursachen für Unsicherheiten werden unter anderem die angespannte Situation innerhalb der EU, die weiterhin volatilen Rohstoffpreise und die laufenden Klimaverhandlungen genannt.

Dem Thema Stromspeicher wird, wie im Vorjahr, gleichzeitig eine große Bedeutung und ein hohes Maß an Unsicherheit beigemessen. Ein technischer und wirtschaftlicher Durchbruch in der Stromspeicherentwicklung könnte die deutsche Energiewende maßgeblich beeinflussen.

Das Tagesgeschäft der deutschen Energieentscheider wird nach Auskunft der Experten besonders von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Strompreisen und Subventionen bestimmt. Die Bereiche sind alle eng miteinander und mit der Energiewende verbunden.

Cyber threats – eine wachsende Bedrohung?

Eine Überraschung ist die Bewertung von „Cyber threats“. Die gezielten Angriffe auf Computernetzwerke, die für eine Organisation oder Infrastruktur wichtig sind, erhalten das zweithöchste Unsicherheits-Rating, nur noch übertroffen durch die Einschätzung des Themas Russland. Als Hintergründe werden dazu unter anderem die Debatte über EU-weite Regelungen für Cybersecurity und der geplante Rollout für Smart Meter ab 2017 angeführt.

„Industrie 4.0 und Big Data sind mehr als nur reine Schlagworte. Die Energiewirtschaft in Deutschland verändert sich und muss sich mit neuen, digitalen Herausforderungen auseinandersetzen. Es gibt Organisationen und Unternehmen, die schon jetzt gut gegen Cyberattacken gerüstet sind, bei anderen besteht noch dringender Handlungsbedarf“, betont Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland.

Globale Perspektive

Als die drei Top-Themen auf globaler Ebene werden die volatilen Rohstoffpreise, die Auswirkungen der Konjunkturflaute und Unsicherheiten hinsichtlich der klimapolitischen Rahmenbedingungen identifiziert. Cyberangriffe sorgen auch auf globaler Ebene für Unsicherheit, die größte Aufmerksamkeit erfährt das Thema in Europa und Nordamerika.

Für den World Energy Issues Monitor befragt der Weltenergierat jedes Jahr mehr als 1.200 CEOs, Minister und Experten aus über 90 Ländern zu Trends im Energiesektor. Der Issues Monitor und die einzelnen Issues Maps ermöglichen Entscheidern aus Politik und Wirtschaft einen Überblick über aktuelle und zukünftige Herausforderungen in den Bereichen Technologie, Geopolitik, Marktbedingungen und Volkswirtschaft – auf globaler, regionaler und nationaler Ebene.

Der komplette World Energy Issues Monitors ist hier abrufbar.
Die internationale Pressemitteilung zu dem aktuellen World Energy Issues Monitor 2016 finden Sie hier.