26/9/2017: Nordsee hat enormes Potenzial für die Energiewende


Weltenergierat: Nordsee hat enormes Potenzial für die Energiewende

  • Weltenergierat präsentiert Studie „The North Sea Opportunity“ in Berlin
  • Einsparungen von Treibhausgasemissionen über 5.500 Megatonnen möglich
  • Internationale Kooperationen können Kosten für Transformation der Energiesysteme reduzieren

„Die Nordsee als Infrastrukturplattform hat enormes Potenzial im Rahmen der Transformation der Energiesysteme im Nordwesten Europas“, so Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierat – Deutschland, anlässlich der Präsentation der Studie „The North Sea Opportunity“ in Berlin. Der Weltenergierat gelangt darin zu der Einschätzung, dass Einsparungen von Treibhausgasemissionen über 5.500 Megatonnen und eine nachhaltige Wertschöpfung von über 100 Milliarden Euro möglich wären.

„Effektiver Klimaschutz braucht eine enge internationale Kooperation. Eine gemeinsame Vorgehensweise der Nordsee-Anrainerstaaten wäre dafür ein wichtiges Beispiel. Deutschland sollte sich hier im Rahmen der Energiewende besonders engagieren“, so Rolle.

Synergieeffekte und internationale Kooperationen ließen die Kosten für Rückbau oder Transformation von Öl- und Gasplattformen sowie für den Bau neuer Offshore-Windparks signifikant reduzieren. Allein durch Effizienzgewinne ließen sich bei der Realisierung von Offshore-Wind Projekten rund 38 Milliarden Euro vermeiden, beim Rückbau von Öl- und Gasplattformen über 27 Milliarden Euro.

Neue Geschäftsmodelle könnten entstehen, beispielsweise durch Kohlenstoffspeicherung (CCS), Kultivieren von Meeresalgen in Offshore-Windparks oder die Möglichkeit der Wasserstoffproduktion durch intelligente Weiternutzung ehemaliger Öl- und Gasplattformen.

Mehrere in der Studie erarbeitete Empfehlungen werden derzeit in Brüssel diskutiert, um zu eruieren, wie die EU das Nordsee-Potenzial besser ausschöpfen kann. Hierzu zählen eine Angleichung der europäischen Rechtsprechung für Netze und Plattformen, eine Optimierung der grenzübergreifenden maritimen Raumplanung sowie mögliche Subventions- und Finanzierungsmodelle, um zukunftsgerichtete Projekte effektiv zu unterstützen.

Die Studie „The North Sea Opportunity“ ist hier abrufbar.

21/6/2017: Blockchain als digitaler Treiber für die Energiewende

  • Transaktionen in Echtzeit ermöglichen dezentrale Energieversorgung.
  • Energieversorger profitieren von neuen Geschäftsmodellen und Effizienzgewinn.
  • Deutschland kann Vorreiter werden in der Blockchain-Technologie.

„Wenn wir über die Energiewende 4.0 sprechen, dann ist Blockchain ein wesentlicher Schlüssel. Diese Technologie ermöglicht all das, was die Energieversorgung der Zukunft benötigt: Schnelligkeit, Kosteneffizienz und Sicherheit“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland anlässlich der Veröffentlichung der neuen Ausgabe „Energie für Deutschland“.  Im Schwerpunkt widmet sich die Publikation dem Thema „Blockchain – digitaler Treiber für die Energiewende“.

Blockchain, aus der Finanzbranche bekannt mit dem Anwendungsfall „Bitcoin“, ist eine dezentrale Datenbank. Ihre Einträge können unwiderruflich gespeichert und theoretisch nicht manipuliert werden. Eine Transaktion kommt sofort zustande, nachdem die beteiligten Parteien ihre Bedingungen in der Blockchain dezentral doku-mentiert und verifiziert haben.

Die Anwendungsfälle im Energiesektor sind vielfältig. Besonders vielversprechend ist die vereinfachte Einbindung von kleinen, dezentralen, erneuerbaren Erzeugungsanlagen in das Strom-Verteilsystem. Hierbei lassen Angebot und Nachfrage in Echtzeit darstellen. Der Stromhandel beispielsweise wäre damit direkt zwischen Erzeuger und Verbraucher möglich, ohne einen vermittelnden Dritten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Trans-aktionskosten werden drastisch gesenkt, der Handel wird schneller, aber auch sicherer, da die Datenhoheit bei jedem einzelnen Teilnehmer liegt. Von dem noch jungen Geschäftsfeld sowie vom Einsparen von Prozess-schritten könnten hierbei Energieversorger profitieren, denn Blockchain ermöglicht eine Verringerung von Transaktionskosten für die Abwicklung von kleinteiligen Energielieferungen.

Vor Markreife müssen jedoch noch einige Hürden bewältigt werden – vor allem technischer sowie regulatorischer Natur. Die Herausforderungen beziehen sich vor allem auf den hohen Energieverbrauch der Blockchain-anwendung, eine geringe Skalierbarkeit sowie technische Implementierungsprobleme. Zu den rechtlichen Hürden zählen unter anderem Fragen der Haftung und der Rückabwicklungsmöglichkeit von Transaktionen.

„Es ist davon auszugehen, dass die Entwicklung der Blockchain weiter voranschreitet“, so Uwe Franke. „Deutschland könnte Vorreiter sein in der Anwendung von Blockchain im Energiesystem, denn neben der Dezentralität und der digitalen Vernetzung spielt zunehmend IT-Sicherheit eine Rolle. Diese Themen sind und werden auch in anderen Ländern der Welt relevant.“ So unterstütze der globale Weltenergierat ebenfalls die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie im Energiesektor in der internationalen Energy Web Foundati-on.

Hier finden Sie die Publikation.

18/04/2017: Weltenergierat veröffentlicht World Energy Issues Monitor 2017

 

Weltenergierat: Einfluss der Digitalisierung spaltet (noch) die Energiewirtschaft weltweit

  • Weltenergierat veröffentlicht „World Energy Issues Monitor 2017″ – 1.200 Entscheider aus 95 Ländern zeichnen ihre Landkarte der relevanten Energiethemen
  • Unsichere Rohstoffpreise und verlangsamtes Wirtschaftswachstum größte globale Risiken
  • US-Politik löst Russland als dominierenden politischen Unsicherheitsfaktor ab

Technologietrends wie die fortschreitende Digitalisierung und die Bedeutung von Speichern und dezentralen Energiesystemen bestimmen immer stärker die Agenda der Entscheider in der Energiewirtschaft weltweit. Zugleich wird deutlich, wie stark sich die Wahrnehmung von Energiethemen hinsichtlich ihrer Bedeutung und ihrer Unsicherheit weltweit in vielen Fällen unterscheidet.

Dies ist Ergebnis des World Energy Issues Monitor 2017 – einer großen Befragung, die der World Energy Council in 95 Ländern unter 1.200 Entscheidern in der Energiewirtschaft zum nunmehr achten Mal durchgeführt hat.

„Kein Land stuft den Einfluss der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft höher ein als Deutschland“, so Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierat – Deutschland zu den Ergebnissen. „Gerade die im Durchschnitt deutlich schwächere Bewertung durch viele Entscheider in Nordamerika überrascht und unterstreicht die Pionierrolle, die der deutsche Energiemarkt für neue Technologien weltweit besitzt“, so Rolle weiter. Überdurchschnittlich gewachsen ist damit in Deutschland aber auch die Relevanz von Cyber Attacken als neuer Gefahr.

Global bleiben die volatilen Rohstoffpreise sowie das weltweit abgeflachte Wirtschaftswachstum auch 2017 die beiden einflussreichsten Themen für die Energieentscheider insgesamt. Geopolitisch hat die Unsicherheit um den energie- und klimapolitischen Kurs der USA das Thema Russland als prominentes Sorgenkind sowohl weltweit als auch national abgelöst.

Umso bemerkenswerter ist, dass die Fragen des Zusammenhaltes in der EU und der europäischen Kooperation in diesem ersten Jahr nach der Brexit-Entscheidung zu den einflussreichsten und zugleich unsichersten Themen der Energieentscheider in Deutschland bestimmt wurden. „Die Zusammenarbeit in Energiefragen war die Geburtsidee der Europäischen Union. Diese Vorteile eines gemeinsamen Marktes gelten mehr denn je auch für die digitalen Energiemärkte von morgen. Umso wichtiger ist es, hierfür aktiv zu werben und Unsicherheit über eine drohende Fragmentierung abzuwenden“, folgert Rolle aus der Befragung.

Die Untersuchung zeigt aber nicht nur zeitliche Entwicklungen von Themen, sondern auch wie unterschiedlich Energieentscheider weltweit auf Themen wie die Nutzung von Kohle, Kernenergie oder auch Wasserstoff blicken. So wird die Wasserstofftechnologie etwa weltweit als höchst unsicheres und bislang wenig bedeutendes Thema gesehen, in Deutschland dagegen ist es aufgrund der Fragen der Sektorenkopplung bereits deutlich präsenter.

Der komplette World Energy Issues Monitor 2017 ist hier abrufbar.

 

23/01/2017: Energiewende ist Inspiration, aber keine Blaupause für die Welt

  •  „Blueprint“-Umfrage des Weltenergierat – Deutschland unter Experten in 42 Ländern
  •  Mehrheit sieht deutsche Energiewende nicht als weltweite Blaupause; insgesamt blickt die Welt aber optimistischer auf die Energiewende als noch 2015
  •  Außerhalb Europas treiben Wachstum, Energiezugang und Versorgungssicherheit die jeweiligen Energiewenden mehr als das Thema Klimaschutz

International wird die deutsche Energiewende von einer großen Mehrheit der Befragten (58 %) aufmerksam verfolgt. Energiepolitische Diskussionen oder Entscheidungen hat sie demnach aber stärker (25 %) in Europa provoziert, wohingegen außerhalb Europas der Einfluss nur schwach ist. Dies ist eines der Ergebnisse einer Befragung des Weltenergierat – Deutschland unter Energieexperten in 42 Ländern weltweit, die der Verein nach 2011, 2013 und 2015 nun bereits das vierte Mal durchgeführt hat.

Gegenüber der letzten Befragung in 2015 hat sich die Wahrnehmung der deutschen Energiewende zwar verbessert; dennoch denkt die Mehrheit (60 %) der Befragten weiter nicht, sie könne als weltweite Blaupause dienen. Vier von fünf der Befragten geben an, dass zumindest Teile des Konzepts in ihrem Land adaptiert werden könnten, in 2015 waren es nur etwas mehr als die Hälfte. „Die deutsche Energiewende stimuliert zusehends die internationalen energiepolitischen Diskussionen. Zugleich zeigt die Umfrage klar, dass das Konzept insgesamt als Blaupause nicht bzw. nur in Teilen für übertragbar gehalten wird. „Es muss noch gelingen, die Aufmerksamkeit auch in Überzeugung zu wandeln“ fasst Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierat – Deutschland, die Ergebnisse zusammen.

„Außerhalb Europas schlägt der Hunger nach sicherer Energie und Wirtschaftswachstum den Klimaschutz als Treiber der jeweiligen Energiewenden. Um die Energiewende und neue Technologien wirklich exportieren zu können, müssen wir die Länder daher viel stärker bei der Bewältigung ihrer jeweiligen Herausforderungen unterstützen“, so Carsten Rolle weiter. Während 45 % der Europäer Klimaschutz als wichtigste Motivation für ihre Energiewende angaben, waren dies außerhalb Europas nur 5 %, wo stärker Wachstum (36 %) und Zugang zu Energie (27%) die bestimmenden Themen sind.

Was die effektivsten Instrumente für den Klimaschutz angeht, gaben 92 % der Befragten Energieeffizienzmaßnahmen als besten Weg an. Gefolgt wurden diese von Maßnahmen zur Bepreisung von CO2 – letztere vor allem dann, wenn die G20 Staaten geschlossen vorangehen (48 %). Carsten Rolle: „Efficiency first wird weltweit als bester Weg für Klimaschutz angesehen. Diese zweite Säule der deutschen Energiewende ist international längst die erste.“ Deutlich abgeschlagen waren Fördermaßnahmen für einzelne Technologien.

Die vollständigen Ergebnisse der Befragung finden Sie unter https://www.weltenergierat.de/publikationen/studien/.

31/03/2016: Weltenergierat veröffentlicht World Energy Issues Monitor 2016

  • Russland, die Situation der EU und Rohstoffpreise größte Herausforderungen für deutsche Energiewirtschaft 
  • Verunsicherung auch wegen möglicher Cyberattacken

Der Weltenergierat hat den World Energy Issues Monitor 2016 veröffentlicht. Für den Bericht wurden mehr als 1.200 CEOs, Minister und Experten aus über 90 Ländern befragt. Mit Blick auf Deutschland werden Russland, die Situation innerhalb der EU und die volatilen Rohstoffpreise als größte Unsicherheitsfaktoren für die deutsche Energiewirtschaft genannt. Große Verunsicherung herrscht auch wegen möglicher Cyberattacken.

Aus geopolitischer Perspektive sehen die deutschen Energieexperten, wie bereits 2015, Russland als größte Quelle für mögliche Unsicherheiten. In diesem Zusammenhang werden unter anderem der Konflikt mit der Ukraine und die EU-Sanktionen gegen Russland angeführt. Als weitere Ursachen für Unsicherheiten werden unter anderem die angespannte Situation innerhalb der EU, die weiterhin volatilen Rohstoffpreise und die laufenden Klimaverhandlungen genannt.

Dem Thema Stromspeicher wird, wie im Vorjahr, gleichzeitig eine große Bedeutung und ein hohes Maß an Unsicherheit beigemessen. Ein technischer und wirtschaftlicher Durchbruch in der Stromspeicherentwicklung könnte die deutsche Energiewende maßgeblich beeinflussen.

Das Tagesgeschäft der deutschen Energieentscheider wird nach Auskunft der Experten besonders von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Strompreisen und Subventionen bestimmt. Die Bereiche sind alle eng miteinander und mit der Energiewende verbunden.

Cyber threats – eine wachsende Bedrohung?

Eine Überraschung ist die Bewertung von „Cyber threats“. Die gezielten Angriffe auf Computernetzwerke, die für eine Organisation oder Infrastruktur wichtig sind, erhalten das zweithöchste Unsicherheits-Rating, nur noch übertroffen durch die Einschätzung des Themas Russland. Als Hintergründe werden dazu unter anderem die Debatte über EU-weite Regelungen für Cybersecurity und der geplante Rollout für Smart Meter ab 2017 angeführt.

„Industrie 4.0 und Big Data sind mehr als nur reine Schlagworte. Die Energiewirtschaft in Deutschland verändert sich und muss sich mit neuen, digitalen Herausforderungen auseinandersetzen. Es gibt Organisationen und Unternehmen, die schon jetzt gut gegen Cyberattacken gerüstet sind, bei anderen besteht noch dringender Handlungsbedarf“, betont Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland.

Globale Perspektive

Als die drei Top-Themen auf globaler Ebene werden die volatilen Rohstoffpreise, die Auswirkungen der Konjunkturflaute und Unsicherheiten hinsichtlich der klimapolitischen Rahmenbedingungen identifiziert. Cyberangriffe sorgen auch auf globaler Ebene für Unsicherheit, die größte Aufmerksamkeit erfährt das Thema in Europa und Nordamerika.

Für den World Energy Issues Monitor befragt der Weltenergierat jedes Jahr mehr als 1.200 CEOs, Minister und Experten aus über 90 Ländern zu Trends im Energiesektor. Der Issues Monitor und die einzelnen Issues Maps ermöglichen Entscheidern aus Politik und Wirtschaft einen Überblick über aktuelle und zukünftige Herausforderungen in den Bereichen Technologie, Geopolitik, Marktbedingungen und Volkswirtschaft – auf globaler, regionaler und nationaler Ebene.

Der komplette World Energy Issues Monitors ist hier abrufbar.
Die internationale Pressemitteilung zu dem aktuellen World Energy Issues Monitor 2016 finden Sie hier.

30/11/2015: Effektiver Klimaschutz muss über den Energiesektor hinausgehen

  • Deutschlands Energiepolitik ist zugleich gutes und schlechtes Beispiel für die Welt
  • Klimapolitischer Rahmen notwendig, damit neuste technologische Lösungen Anwendung finden

Der Energiesektor ist bereit, seinen Beitrag zu leisten und mit seinen Innovationen Vorbild für andere Branchen zu sein“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland. Trotzdem sollte der Energiesektor nicht allein betrachtet werden. „Auch andere Bereiche der Gesellschaft wie z.B. die Landwirtschaft, der Gebäudesektor oder die Verkehrswirtschaft müssen Teil der Lösung sein. Die Weltbevölkerung sowie der Wohlstand werden wachsen und damit auch die Emissionen.“ Der Energiesektor ist mit 35% der größte einzelne Verursacher von klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Zugleich ist der Energiehunger der Welt nicht gestillt: Um mindestens ein Drittel wird der Energieverbrauch bis 2050 steigen, so die Szenarien des World Energy Council.

Der Weltenergierat – Deutschland spricht sich gemeinsam mit seinem globalen Verband World Energy Council für ein klares und langfristiges internationales Klimaschutzabkommen im Vorfeld der Verhandlungen in Paris aus. Um Klimaschutz marktkonform und technologieneutral voranzutreiben, muss CO2 weltweit einen Preis bekommen. Das wäre ein besonders effizienter Weg, Investitionen für Klimaschutz anzureizen.

Deutschland wirkt auf verschiedenen Ebenen der Energiebranche als Vorreiter und Beispiel für andere Länder. Zahlreiche Länder haben Teile der deutschen Energiepolitik übernommen und auch von der Technologiefö-derung profitiert. Für den Präsidenten des Weltenergierates in Berlin ist jedoch klar, dass die deutsche Ener-giewende keine Blaupause für die Welt darstellen kann: „Energiepolitik – egal wo auf der Welt – muss beweisen, dass sie das Trilemma der sicheren, sauberen und bezahlbaren Energieversorgung ausbalanciert. Die deutsche Energiewende hat den Anteil der Erneuerbaren in Deutschland zwar erhöht, doch die Kosten des Systemumbaus sind sehr hoch und die positiven Effekte für den Klimaschutz national und international umstritten.“

Die Erforschung und Anwendung neuster Technologien wird entscheidend sein für den Klimaschutz – von der Energieerzeugung bis zum Verbrauch. Hierfür muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Der World Energy Council ist die geeignete Plattform, um den Austausch zwischen Entscheidern aus Forschung, Wirtschaft und Politik weltweit zu fördern. „Als Weltenergierat – Deutschland engagieren wir uns mit unseren Experten aus Deutschland seit über 90 Jahren für den internationalen Wissenstransfer“, so Dr. Franke weiter. Bereits auf bilateraler und regionaler Ebene könnten sich zahlreiche Synergien ergeben, wenn wir enger zusammenarbeiteten.

Wie der Energiesektor weltweit zum Klimaschutz beitragen kann, können Sie im Bericht „Klimawandel: Was er für die Energie-wirtschaft bedeutet“ nachlesen.

23/06/2015: Neue Finanzierungsmodelle für die Energiewende notwendig

  • Weltenergierat veröffentlicht „Energie für Deutschland 2015“ mit dem Schwerpunkt auf „Energiewende als Kapitalwende“
  • Etablierte Energieversorger werden notwendige Investitionen in Energieinfrastruktur nicht mehr allein finanzieren können
  • Investitionen von mindestens 280 Mrd. Euro müssen in Kooperation mit neuen Kapitalgebern erfolgen
  • Neue Rolle vom Energieversorger hin zur Schnittstelle zwischen Projektierer und Kapitalgeber

In der neuen Auflage seiner Publikation „Energie für Deutschland“ veröffentlicht der Weltenergierat – Deutschland eine Analyse der Roland Berger Strategy Consultants zum Thema, wer zukünftig die notwendigen Investitionen von mindestens 280 Mrd. Euro bis 2030 in die Energiewende finanzieren wird. „Viele traditionelle Energieversorger, die früher Investitionen im Stromsektor im Wesentlichen über ihr Eigenkapital finanzieren konnten, stehen heute mit dem Rücken zur Wand: Zahlreiche fossile Kraftwerke sind nicht mehr rentabel seit der Energiewende“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland. Diese Herausforderung treffe sowohl privatwirtschaftliche als auch kommunale Versorger. Es müssten somit neue Investoren gefunden werden, um die Energiewende und zugleich die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die Untersuchung „Die Energiewende als Kapitalwende – Herausforderungen der Finanzierung aus Sicht der Marktakteure“ kommt zu dem Ergebnis, dass neben den klassischen Kreditinstituten und privaten Kapitalgebern zukünftig auch institutionelle Anleger, strategische Investoren sowie Private Equity Investoren in den deutschen Energiesektor investieren werden. Jede Investorengruppe sucht jedoch unterschiedliche Risiko-Rendite Muster in verschiedenen Bereichen. So sind beispielsweise Offshore Windparks, die große Investitionssummen benötigen, gerade zu Projektbeginn von besonderem Interesse für risikofreudige Private Equity Investoren; sobald der Windpark angeschlossen ist und stabil betrieben werden kann, würden institutionelle Anleger und Fonds darin investieren können.

Hiermit könnte sich ein neues Geschäftsmodell für die traditionellen Energieversorger ergeben – als Schnittstelle zwischen Projektierer und Kapitalgeber. „Doch dieser Übergang geschieht nicht von selbst. Energieversorger müssen sich umstellen“, so Franke weiter. Zugleich würden einige Investorengruppen gern heute bereits Kapital für Energieinfrastruktur zur Verfügung stellen, scheuen jedoch das Risiko. „Finanzierungsmodelle müssen flexibler und transparenter werden. Ebenso brauchen wir langfristige und stabile politische Rahmenbedingungen, sonst werden Investoren sich anderweitig umschauen. Wer soll dann in die Energiewende finanzieren?“

Hier finden Sie die „Energie für Deutschland 2015“