30/11/2015: Effektiver Klimaschutz muss über den Energiesektor hinausgehen

  • Deutschlands Energiepolitik ist zugleich gutes und schlechtes Beispiel für die Welt
  • Klimapolitischer Rahmen notwendig, damit neuste technologische Lösungen Anwendung finden

Der Energiesektor ist bereit, seinen Beitrag zu leisten und mit seinen Innovationen Vorbild für andere Branchen zu sein“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland. Trotzdem sollte der Energiesektor nicht allein betrachtet werden. „Auch andere Bereiche der Gesellschaft wie z.B. die Landwirtschaft, der Gebäudesektor oder die Verkehrswirtschaft müssen Teil der Lösung sein. Die Weltbevölkerung sowie der Wohlstand werden wachsen und damit auch die Emissionen.“ Der Energiesektor ist mit 35% der größte einzelne Verursacher von klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Zugleich ist der Energiehunger der Welt nicht gestillt: Um mindestens ein Drittel wird der Energieverbrauch bis 2050 steigen, so die Szenarien des World Energy Council.

Der Weltenergierat – Deutschland spricht sich gemeinsam mit seinem globalen Verband World Energy Council für ein klares und langfristiges internationales Klimaschutzabkommen im Vorfeld der Verhandlungen in Paris aus. Um Klimaschutz marktkonform und technologieneutral voranzutreiben, muss CO2 weltweit einen Preis bekommen. Das wäre ein besonders effizienter Weg, Investitionen für Klimaschutz anzureizen.

Deutschland wirkt auf verschiedenen Ebenen der Energiebranche als Vorreiter und Beispiel für andere Länder. Zahlreiche Länder haben Teile der deutschen Energiepolitik übernommen und auch von der Technologiefö-derung profitiert. Für den Präsidenten des Weltenergierates in Berlin ist jedoch klar, dass die deutsche Ener-giewende keine Blaupause für die Welt darstellen kann: „Energiepolitik – egal wo auf der Welt – muss beweisen, dass sie das Trilemma der sicheren, sauberen und bezahlbaren Energieversorgung ausbalanciert. Die deutsche Energiewende hat den Anteil der Erneuerbaren in Deutschland zwar erhöht, doch die Kosten des Systemumbaus sind sehr hoch und die positiven Effekte für den Klimaschutz national und international umstritten.“

Die Erforschung und Anwendung neuster Technologien wird entscheidend sein für den Klimaschutz – von der Energieerzeugung bis zum Verbrauch. Hierfür muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Der World Energy Council ist die geeignete Plattform, um den Austausch zwischen Entscheidern aus Forschung, Wirtschaft und Politik weltweit zu fördern. „Als Weltenergierat – Deutschland engagieren wir uns mit unseren Experten aus Deutschland seit über 90 Jahren für den internationalen Wissenstransfer“, so Dr. Franke weiter. Bereits auf bilateraler und regionaler Ebene könnten sich zahlreiche Synergien ergeben, wenn wir enger zusammenarbeiteten.

Wie der Energiesektor weltweit zum Klimaschutz beitragen kann, können Sie im Bericht „Klimawandel: Was er für die Energie-wirtschaft bedeutet“ nachlesen.

23/06/2015: Neue Finanzierungsmodelle für die Energiewende notwendig

  • Weltenergierat veröffentlicht „Energie für Deutschland 2015“ mit dem Schwerpunkt auf „Energiewende als Kapitalwende“
  • Etablierte Energieversorger werden notwendige Investitionen in Energieinfrastruktur nicht mehr allein finanzieren können
  • Investitionen von mindestens 280 Mrd. Euro müssen in Kooperation mit neuen Kapitalgebern erfolgen
  • Neue Rolle vom Energieversorger hin zur Schnittstelle zwischen Projektierer und Kapitalgeber

In der neuen Auflage seiner Publikation „Energie für Deutschland“ veröffentlicht der Weltenergierat – Deutschland eine Analyse der Roland Berger Strategy Consultants zum Thema, wer zukünftig die notwendigen Investitionen von mindestens 280 Mrd. Euro bis 2030 in die Energiewende finanzieren wird. „Viele traditionelle Energieversorger, die früher Investitionen im Stromsektor im Wesentlichen über ihr Eigenkapital finanzieren konnten, stehen heute mit dem Rücken zur Wand: Zahlreiche fossile Kraftwerke sind nicht mehr rentabel seit der Energiewende“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland. Diese Herausforderung treffe sowohl privatwirtschaftliche als auch kommunale Versorger. Es müssten somit neue Investoren gefunden werden, um die Energiewende und zugleich die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die Untersuchung „Die Energiewende als Kapitalwende – Herausforderungen der Finanzierung aus Sicht der Marktakteure“ kommt zu dem Ergebnis, dass neben den klassischen Kreditinstituten und privaten Kapitalgebern zukünftig auch institutionelle Anleger, strategische Investoren sowie Private Equity Investoren in den deutschen Energiesektor investieren werden. Jede Investorengruppe sucht jedoch unterschiedliche Risiko-Rendite Muster in verschiedenen Bereichen. So sind beispielsweise Offshore Windparks, die große Investitionssummen benötigen, gerade zu Projektbeginn von besonderem Interesse für risikofreudige Private Equity Investoren; sobald der Windpark angeschlossen ist und stabil betrieben werden kann, würden institutionelle Anleger und Fonds darin investieren können.

Hiermit könnte sich ein neues Geschäftsmodell für die traditionellen Energieversorger ergeben – als Schnittstelle zwischen Projektierer und Kapitalgeber. „Doch dieser Übergang geschieht nicht von selbst. Energieversorger müssen sich umstellen“, so Franke weiter. Zugleich würden einige Investorengruppen gern heute bereits Kapital für Energieinfrastruktur zur Verfügung stellen, scheuen jedoch das Risiko. „Finanzierungsmodelle müssen flexibler und transparenter werden. Ebenso brauchen wir langfristige und stabile politische Rahmenbedingungen, sonst werden Investoren sich anderweitig umschauen. Wer soll dann in die Energiewende finanzieren?“

Hier finden Sie die „Energie für Deutschland 2015“

 

20/1/15: Energiepreisschwankungen und Klimapolitik bereiten den Energieentscheidern weltweit schlaflose Nächte

  •  Schwankende Energiepreise und Klimapolitik beschäftigen die global vom Weltenergierat befragten Energieentscheider am meisten
  • In Deutschland beschäftigen Russland und die Energiepolitik die Führungskräfte
    am meisten

Der Weltenergierat hat mit seiner siebenten Ausgabe des „World Energy Issues Monitor“ die Sorgen und Gedanken zu wichtigen Themen von über 1000 Energieentscheidern eingefangen, darunter Minister und Vorstände aus über 80 Ländern.

Die Unsicherheit bezüglich der volatilen Energiepreise hatte sich bereits in der letztjährigen Ausgabe des Berichts abgezeichnet und hat sich in diesem Jahr als Topthema der Energieentscheider weltweit festgesetzt. Aktuell findet sie ihren Niederschlag im scharfen Absturz des Ölpreises auf ein Fünfjahrestief. Auch die günstiger werdenden Gestehungskosten der erneuerbaren Energien führen zu Veränderungen im Energiemix und stellen die Stromnetze durch ihre fluktuierende Einspeisung vor neue Herausforderungen. „Die schwankenden Energiepreise sind zum neuen Normalzustand geworden. Dies und die gestiegenen Anforderungen aus der Energiewende werden zu neuen Geschäftsmodellen führen.“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat Deutschland.

Ein internationales Klimaschutzabkommen steht an zweiter Stelle der weltweiten Top-Themen. Der Klimaschutz gewinnt in diesem Jahr besonders an Bedeutung, da im Herbst 2015 die Klimakonferenz in Paris stattfindet (COP 21), und sich dann entscheiden wird, wie die großen Emittenten USA und China langfristig zu ihren gemachten Zusagen stehen, und welche Signalwirkung das für andere Länder hat.

In Deutschland wie auch in Europa lag die größte Unsicherheit in der geopolitischen Einschätzung von Russland. Dies liegt an dem seit fast einem Jahr andauernden militärischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der nach Westeuropa ausstrahlt. In Kombination mit der hohen Abhängigkeit von russischen Erdgasimporten und den traditionell engen wirtschaftlichen Banden zwischen Russland und Europa führt dies zu großer Unsicherheit.

Weitere kritische Themen waren in Deutschland die Energiepreise, Stromspeicher, erneuerbare Energien und Energiepolitik. Besonders der letzte Punkt ist für die Energieentscheider wichtig, da eine stabile und verlässliche Energiepolitik Voraussetzung für die langfristigen Investitionen in Infrastruktur und Erzeugung ist und damit die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet.

Hier finden Sie den Link zur Umfrage.

12/12/14: Global Electricity Initiative Report: Weltenergierat fordert angemessenen CO2-Preis

  • World Energy Council veröffentlicht „Global Electricity Initiative Report“ am Rande der COP
  • Stromwirtschaft braucht jetzt politische Signale, sonst bleiben Klimaschutzpotenziale ungenutzt
  • Forschung in CCS, Speicher und Smart Grids wesentlich für eine globale Energiewende
  • Regionale Integration im Trend: Europa kann ein wichtiges Beispiel für andere Regionen sein

Anlässlich der Klimakonferenz in Lima veröffentlicht der World Energy Council einen Bericht der „Global Electricity Initiative“, eines internationalen Netzwerks von Stromversorgungsunternehmen, das über 80 Prozent der weltweiten Stromerzeugungskapazitäten repräsentiert. Darin werden unter anderem die Ergebnisse einer CEO-Befragung dargestellt:

  • Für die Stromversorger ist Klimawandel bereits Realität. Für alle ist die Anpassung an den Klimawandel genauso wichtig wie Klimaschutzmaßnahmen.
  • Erneuerbare Energien haben die größten Zuwachsraten in der Stromversorgung. Trotzdem bleiben fossile Energieträger bis mindestens 2035 dominierend.
  • Als weitere Technologien zum Klimaschutz werden Carbon Capture and Storage (CCS), Stromspeicher sowie Smart Grids genannt.
  • Diese und andere Klimaschutzmaßnahmen erfordern klare und langfristige politische Rahmenbedingungen, allen voran einen angemessenen CO2-Preis.
  • Regionale Integration sehen die Befragten als wichtigen Trend. Die internationale Kooperation im Stromsystem über Ländergrenzen hinweg nutze der Integration erneuerbarer Energien und stärke die Versorgungssicherheit.

„Ohne nachhaltige politische Signale bleiben riesige Klimaschutzpotenziale in der Stromwirtschaft ungenutzt, sei es bei Investitionen in die Infrastruktur oder bei Forschung und Entwicklung von Klimaschutztechnologien“, kommentiert der Präsident des Weltenergierat – Deutschland, Dr. Uwe Franke, den Bericht. Auch uns Deutschen müsse klar sein: Wir allein werden das Klima nicht retten, auch nicht bei 80 Prozent Erneuerbaren im Strommix 2050. „Vielmehr müssen wir uns für einen angemessenen CO2-Preis auf internationaler Ebene einsetzen. Zu diesem Ziel steht die Stromwirtschaft, egal ob in Deutschland, Europa oder in der Welt“, so Franke.

Dass die regionale Integration als wichtiger Trend identifiziert wurde, freut den Präsidenten des Weltenergierat – Deutschland. Denn: „In Fragen der regionalen Integration kann Europa ein Beispiel für andere Teile der Welt darstellen. Noch ist der vollständig umgesetzte europäische Binnenmarkt für Strom keine Realität. Doch bereits heute wird deutlich, wie viele Synergien und Potenziale sich mit jedem Schritt in diese Richtung erzielen lassen.“ Gerade erst im Herbst hat ein Bericht der niederländischen und deutschen Sektion des Weltenergierates gezeigt, dass sich durch eine engere Koordination im Energiesektor beider Länder Einsparungen von mehreren Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften ließen.

Hier können Sie den „Global Electricity Initiative Report“ herunterladen.

 

 

 

24/11/14: Investitionsklima für Energiesektor weltweit überraschend positiv; in Europa deutlich negativer

  •  Weltenergierat befragt Experten aus 36 Ländern zum Investitionsklima für Energieinfrastruktur
  • Die meisten Investitionen fließen in den Stromsektor (Stromerzeugung und Übertragungsnetze), gefolgt von Investitionen in Energieeffizienz
  • Schwierige regulatorische Rahmenbedingungen werden von 90% der Befragten als Investitionsbarriere angesehen

„Angesichts der weltweit steigenden Energienachfrage ist es beruhigend zu wissen, dass das Investitionsklima für Energieinfrastruktur so positiv ist, vor allem im Stromsektor. Nun müssen die Regierungen auch die entsprechenden Weichen stellen, damit wirklich investiert wird“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse einer weltweiten Umfrage zum Investitionsklima für Energieinfrastruktur. Grundlage der Ergebnisse sind Antworten von Experten aus 36 Länderkomitees des Weltenergierats, darunter 21 aus Europa.

Die wesentlichen Ergebnisse sind:

    • Das Investitionsklima für Energieinfrastruktur wird weitgehend positiv gesehen, allerdings mit Ausdifferenzierungen zwischen den verschiedenen Energieträgern: für Strom bewerten 43% der Experten das Investitionsklima positiv, für Gas immerhin 49%, für Öl und Wärme deutlich schlechter. Energieeffizienz wird von 86% mit Abstand am positivsten bewertet.
    • 60% bewerten die nationale Regulierung als wichtigsten Faktor für das Investitionsklima, noch vor dem allgemeinen Wirtschaftsklima.
    • Zwei Drittel der Befragten sehen Investitionen in die Energieinfrastruktur als eine wesentliche Notwendigkeit in den nächsten Jahren. In den Stromsektor fließen dabei nach Einschätzung der Experten die meisten Investitionen, d.h., in die Stromerzeugung (ohne Differenzierung zwischen konventioneller und erneuerbarer Erzeugung) und in Übertragungsnetze, an immerhin zweiter Stelle kommt Energieeffizienz.
    • Als wichtigster Investor wird mit 60% der Privatsektor benannt, noch vor nationalen Regierungen.
    • Im Falle eines negativen oder neutralen Investitionsklima bezeichnen fast 90% ein schwieriges regulatorisches Umfeld als Investitionsbarriere.

Interessante Hinweise auch für die deutsche Diskussion rund um die Energiewende ergeben sich aus dem Vergleich zwischen den globalen und den europäischen Ergebnissen: das europäische Investitionsklima ist deutlich negativer – für Strom sehen nur 24% und für Gas nur 33% der Experten ein positives Investitionsklima. Fast 50% der Befragten sehen darüber hinaus keine Verbesserung des Investitionsklimas im Vergleich zum letzten Jahr, dabei wird eine nahezu gleich hohe Notwendigkeit zu weiteren Investitionen in die europäische Energieinfrastruktur attestiert wie in der weltweiten Befragung.

Dr. Franke fordert die deutsche und europäische Politik angesichts dieser Ergebnisse zum Handeln auf: „Die Ergebnisse der Umfrage für Europa zeigen, dass wir offensichtlich derzeit nicht die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen haben. Hier muss die Politik dringend gegensteuern, damit die notwendigen Investitionen in die europäische Energieinfrastruktur nicht weiter verschleppt werden. Die Anreize müssen richtig gesetzt werden, denn ohne moderne und ausreichende Energieinfrastruktur hat Europa einen globalen Wettbewerbsnachteil“.

Hier finden Sie die detaillierten Ergebnisse der Umfrage.

 

 

 

19/9/14: Milliarden-Einsparungen möglich durch Koordinierung der Energiemärkte von Deutschland und den Niederlanden

  • Deutsch-Niederländische Studie identifiziert hohes volkswirtschaftliches Einsparpotenzial 
  • Kostenreduktion um mehrere Milliarden Euro pro Jahr möglich
  • Abgestimmter Ausbau von Stromnetzen und Erneuerbaren als Startpunkt

Durch eine bessere Ausrichtung der Energiepolitiken in den Niederlanden und in Deutschland, der Förder- und Besteuerungsmechanismen sowie durch eine höhere Markttransparenz lassen sich Einsparungen in beiden Ländern von mehreren Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der niederländischen und deutschen Sektion des Weltenergierates, die auf  Erfahrungen und Festlegungen der deutschen Energiewende und des niederländischen Energieakkords aufbaut.

„Seit über einem Jahrzehnt sprechen wir von einem europäischen Binnenmarkt für Energie – die Realität sieht aber anders aus. Nach wie vor unternimmt jedes Land bei der Energiewende einen nationalen Alleingang. Dabei zeigt die Studie, welchen Nutzen es für beide Länder hätte, wenn sie sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigten und die Energiepolitik über die Grenzen hinweg koordinierten und harmonisierten.“, so Leonhard Birnbaum, Vizepräsident des Weltenergierates für die Region Europa. In Deutschland hat der schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien zu enormen Kosten geführt, und die unstete Einspeisung von Windenergie und Fotovoltaik macht immer häufigere Eingriffe zur Netzstabilisierung erforderlich. Die Niederlande sind von der Erreichung des europäischen Ziels für den Ausbau Erneuerbarer Energien noch weiter entfernt. Zugleich sind auch dort konventionelle Kraftwerke aufgrund der deutschen Energiewende oft kaum noch profitabel. „Eine engere Zusammenarbeit bei der Erreichung energiepolitischer Ziele wie dem Erhalt der Versorgungssicherheit und dem Ausbau Erneuerbarer Energien bietet beiden Ländern klare Vorteile“, so Birnbaum weiter.

In der Studie wurden die Investitionsanreize und Besteuerung von erneuerbaren Energien, die Markttransparenz und Marktregularien, die grenzüberschreitende Netzintegration, gemeinsame Projekte im Bereich der erneuerbaren Erzeugung und Kooperationen bei Forschungsprojekten betrachtet. In allen Bereichen wären entweder eine bessere Versorgung oder niedrigere Kosten möglich, wenn die beiden Länder ihre Energiemärkte besser koordinieren würden. Die direkten finanziellen Vorteile hieraus könnten sich allein aus dieser bilateralen Optimierung auf bis zu einigen Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Indirekte Vorteile wie ein besseres Investitions- und Innovationsklima sind darin noch gar nicht enthalten.

Die Wirtschaftsminister beider Länder, Gabriel und Kamp, haben mit ihrem Treffen am 25. Juli 2014 signalisiert, dass sie die Notwendigkeit einer besseren Kooperation erkannt haben. Ein Beispiel hierfür ist aus Sicht des Weltenergierates eine engere Abstimmung beim Ausbau der grenzüberschreitenden Stromnetze, gerade bei der Anbindung der offshore-Windanlagen in der Nordsee. Ein anderes liegt in der gemeinsamen Entwicklung und Anrechnung von Erneuerbare Energien Projekten, wie sie zum Teil schon heute durch Europäisches Recht ermöglicht wird.

Link zur Studie: https://www.weltenergierat.de/publikationen/studie/

27/6/2014 Weltenergierat – Deutschland: Energiewenden sind ein globales Phänomen, aber nur in Deutschland ist Klimaschutz der Treiber


Weltenergierat – Deutschland: Energiewenden sind ein globales Phänomen, aber nur in Deutschland ist Klimaschutz der Treiber

  • Versorgungssicherheit und industriepolitische Motive im Mittelpunkt anderer Energiewenden
  • Deutschland findet keine Nachahmer, aber Profiteure

„Energiewenden gibt es in vielen Ländern der Welt, aber nur in Deutschland ist Klimaschutz die dominierende Motivation für den Systemwandel“, so Dr. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierat – Deutschland, bei der Vorstellung der neuen Publikation „Energie für Deutschland 2014″ in Berlin. Im diesjährigen Schwerpunktbeitrag „Globale Energiewenden – Vergleichende Analyse ausgewählter Länder und Implikationen für die deutsche Energiedebatte“ wird die Transformation der Energiesysteme in China, Saudi Arabien, Südafrika, Brasilien und den USA untersucht. Das Fazit: Alle diese Länder wappnen sich für die Zukunft und setzen dabei auf die Förderung von Erneuerbaren und Energieeffizienz. Im Vordergrund stehen dabei nicht klimapolitische Ziele, sondern die Sicherung der Versorgung mit Energie und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes. „Nur wenn Energie jederzeit und günstig verfügbar ist, können sich moderne Industriestaaten entwickeln und Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Franke.

Trotz des weltweiten Ausbaus von Erneuerbaren, ist der Weg noch lang: Bislang machen Photovoltaik und Windkraft nur rund 3 % des Weltenergieverbrauchs aus. Über 80% wurden 2013 durch fossile Energieträger gedeckt. „Jedes Land muss seine eigenen Energieressourcen optimal und effizient nutzen. Nur so kann Klimaschutz realisiert werden. Das gilt im Übrigen auch für Erneuerbare: Sie können heute bereits wettbewerbsfähig sein, aber nur an geeigneten Standorten“, so Franke. Deutschland ist mit rund 36 GW installierter Leistung an Photovoltaik Anlagen weltweit das Land mit der größten Solarkraftkapazität. Das sind doppelt so viele Kapazitäten wie in China, das mit 18 GW den zweiten Platz besetzt. Im sonnenreichen Spanien sind knapp 5 GW installiert.

„Die Welt hat von dem deutschen EEG profitiert: Durch unsere Förderung konnten die Kosten für diese Technologien nach und nach gesenkt werden. So werden Erneuerbare auch in Ländern attraktiv, die sich diese Technologien zuvor nicht leisten konnten“, erklärt der Präsident. „Dies war ein wichtiger entwicklungspolitischer Beitrag Deutschlands für viele Länder.“ In Europa profitierten auch die Nachbarn von günstigen Börsenpreisen in Zeiten, in denen die Sonne scheint und der Wind weht. So hat Deutschland indirekt einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Doch Deutschland kann auch nachträglich von den eigenen Erfahrungen aus der Transformation des Energiesystems profitieren: „Das Wissen um die Systemintegration fluktuierender Erneuerbarer sowie damit verbundene neue Geschäftsmodelle werden mit dem Fortschritt der globalen Energiewenden weltweit an Relevanz gewinnen.“