Die Entwicklung der Energiemärkte der G20-Staaten im Jahr 2019

Energie in der Welt: Zahlen und Fakten

Gesamter Energieverbrauch

Der gesamte Energieverbrauch in den G20-Staaten verlangsamte sich signifikant (+0,6 %) im Jahr 2019. Wie in vorangegangenen Jahren, trat das größte Energieverbrauchswachstum der G20 in China auf. Die Wachstumsverlangsamung senkte den Energieverbrauch in den USA, und Japan. Der Verbrauch ging auch in Südkorea, Kanada, der Türkei und Russland zurück, brach jedoch in Indien deutlich ein. Das lag vor allem am Wirtschaftswachstum, das sich im Jahr 2019 auf 3,1 % in den G20-Staaten auf den geringsten Zuwachs seit der Finanzkrise 2009 verringerte. Hintergrund waren vor allem eskalierende Handelsstreitigkeiten und dadurch hervorgerufene Unsicherheiten.

Der Kohleverbrauch sinkt wieder

Nach zwei Jahren des Wiederanstiegs sank der Kohleverbrauch wieder um 3,6 %, trotz eines Mehrverbrauchs in China, wo die Regierung immer noch darauf zielt, den Kohleanteil am Primärenergieverbrauch zugunsten von Erdgas und erneuerbaren Energien zu reduzieren.

Schwere Regenfälle und höhere Kernenergieproduktion senkten den Kohlebedarf des indischen Stromsektors. Kohlekraftwerksstilllegungen und erhöhter Wettbewerb von kostengünstigerer Stromerzeugung trugen ebenso zu einem starken Rückgang des Kohleverbrauchs in der EU – insbesondere in Deutschland, Frankreich und den USA bei.

Der Kohleverbrauch fiel auch in Südafrika wegen geringerer Stromproduktion in Kohlekraftwerken, in Südkorea sowie in Japan. Im Gegensatz dazu stieg der Kohleverbrauch in Russland und in Kanada. Ungefähr 68 GW neuer Kohlekraftwerkskapazität gingen im Jahr 2019 in Betrieb, 34 GW wurden stillgelegt mit der Hälfte in den USA und 20 % in der EU.

Die Erdölnachfrage steigt insgesamt

Der Erdölverbrauch, trotz einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, beschleunigte sich in den G20-Staaten im Jahr 2019 durch Nachfrage u.a. aus China, niedrigeren Ölpreisen und einer Nachfrage der US-Chemie – dies wobei der Erdölverbrauch in den USA leicht sank. Der Verbrauch wiedererstarkte in Russland und Brasilien durch eine steigende heimische Produktion.

Durch eine erhöhte Nachfrage in Deutschland, Stabilisierung in Großbritannien und Rückgange in Frankreich und Italien blieb der Erdölverbrauch in der EU stabil – ebenso wie in Südkorea. Währenddessen war im Jahr 2020 eine Senkung in Japan Mexiko sowie in der Türkei zu beobachten.

Der amerikanisch-chinesische Handelsstreit und die Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums trugen zu sinkenden Ölpreisen. Ende 2018 wurden die weltweiten Erdölreserven auf fast 1.700 Mrd. Barrel geschätzt, d.h. einer Produktionsreichweite von 49 Jahren.

Erdgasnachfrage wächst weiterhin dynamisch

Der Erdgasverbrauch in den G20-Staaten wuchs dynamisch seit 2014 – in den USA, dem größten Verbraucher mit 30 % innerhalb der G20, angetrieben u.a. von neuen Gaskraftwerkskapazitäten und steigender Produktion, halbierte sich jedoch in China aufgrund geringerer politischer Druck zur Umstellung von Kohle auf Erdgas und schärfere Emissionsgrenzwerte.

Der Erdgasverbrauch wuchs auch in zwei großen Märkten – in der EU, Indien und Australien wegen eines starken Wachstums der Erdgasproduktion und Erdgasverflüssigungsanlagen an, verringerte sich jedoch in Japan und in Südkorea.

Strom aus Erneuerbaren wächst weiter

Das Stromverbrauchswachstum fiel signifikant im Jahr 2019 in den G20-Staaten. China verzeichnete ein Wachstum von 4,5 % dank starker Nachfrage der Haushalte und des Dienstleistungssektors sowie des Industriesektors. Der Stromverbrauch sank ebenso in den USA, der EU und Japan. Das Stromverbrauchswachstum war sehr niedrig in Indien und Russland sowie negativ in Kanada. Es beschleunigte sich in Brasilien aufgrund einer robusten Nachfrage der Haushalte und des Dienstleistungssektors.

Die Stromerzeugung aus Wärmekraftwerken steht immer noch für 64 % der Strommix in den G20-Staaten, gefolgt von Wasserkraft mit 15 %. Der Anteil der Kernenergie erodierte im Zeitraum von 18 auf 12 %.

Wind- und Photovoltaikstromerzeugung wuchsen mit einem geringeren Wachstum als 2018 aber immer noch stärker als alle anderen Energiequellen. Wie in 2018 waren China und die USA die Haupttreiber zum Anstieg der Wind- und Photovoltaikstromerzeugung. Die Wind- und Photovoltaikstromerzeugung wuchsen auch beachtlich in der EU, Japan und Indien.

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