25/10/13 „Die globalen CO2-Emissionen können bereits ab 2020 sinken“ Weltenergierat stellt Szenarien zur Energiezukunft bis 2050 in Daegu, Südkorea vor.

Über 6 000 Teilnehmer aus Energiewirtschaft und Politik haben vier Tage in Daegu, Südkorea, über die Frage diskutiert und nach Lösungen gesucht, wie wir heute eine zuverlässige, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung der Welt in der Zukunft sicherstellen können.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand eine aufwändig erarbeitete Studie, um einen plausiblen, nachvollziehbaren Blick in die Zukunft zu werfen. Beim Szenario „Jazz“ liegt die Priorität auf einem Ansatz mit Zugang zu Energie für diejenigen, die bisher keinen Zugang hatten und deren Bezahlbarkeit mittels wirtschaftlichem Wachstum.

Beim Szenario „Symphony“ liegt der Schwerpunkt des Ansatzes beim Erreichen von Umwelt- und Klimazielen sowie Versorgungssicherheit durch international koordinierte Politiken und Instrumente.

In beiden Szenarien, so der stellvertretende Vorsitzende der beim Weltenergierat verantwortlichen Arbeitsgruppe, Dr. Hans-Wilhelm Schiffer, steigt der Primärenergieverbrauch bis 2050 weltweit, bei der um rund zwei Milliarden Menschen ansteigenden Weltbevölkerung. Im Szenario „Jazz“ um 61 %, bei Symphony um 27%.

Fossile Energien spielen – gemessen am Primärenergieverbrauch – auch 2050 noch mit 77 % (Jazz) bzw. 59 % (Symphony) gegenüber 80 % im Jahr 2010 eine leicht geringere, aber immer noch dominierende Rolle. Einen Zuwachs bei der Kernenergie werde es nur bei staatlicher Unterstützung geben. Beim Szenario “ Symphony“  wird der Anteil der erneuerbaren Energien an der globalen Stromerzeugung von 20 %  auf 48 % steigen. Bei „Jazz“ lediglich auf 31 %. „Ganz entscheidend für den Erfolg der Bemühungen, den CO2-Ausstoß zu verringern“, so Schiffer in seiner Analyse, „ist – neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Steigerung der Energieeffizienz – die Abscheidung und Speicherung von CO2. So sind hierdurch und unter Einbeziehung der Kernenergie bei „Symphony“ 80 % der Stromerzeugung CO2-frei – gegenüber 40 % im Szenario „Jazz“.

„Mit einer international abgestimmten Politik und Marktinstrumenten“, fasst Schiffer die Ergebnisse der beiden Szenarien zusammen, „lassen sich die Nachhaltigkeitsziele am besten erreichen. Die CO2-Emissionen könnten bereits ab 2020 sinken“. Dazu müsste es zum Einsatz kosteneffizienter Marktinstrumente, wie Emissionshandel, basierend auf weltweiten Vereinbarungen zur Begrenzung der Höhe der CO2-Emissionen bis 2050 kommen. Eine Reduzierung der Pro-Kopf-Emission bis 2050 auf 2t CO2 pro Jahr wäre damit im globalen Durchschnitt möglich, was weniger als der Hälfte der Pro-Kopf-Emissionen im Jahr 2010 entspräche.