EfD 2018: Mobilität

Mit „Energie für Deutschland – Fakten, Perspektiven und Positionen im globalen Kontext“ informiert der Weltenergierat – Deutschland seit 1997 jährlich über aktuelle Fragestellungen der Energiewirtschaft sowie über die Energieentwicklung in der Welt, in Europa und in Deutschland.

 Klimaschutz im Straßenverkehr

Nach der Energiebranche rückt nun auch der Verkehrssektor immer stärker in den Fokus der klimapolitischen Diskussion. Obwohl der Verkehr insgesamt nur ca. 20 Prozent zu den CO2-Emissionen in Deutschland beiträgt, so werden zweifellos Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Straßenverkehr benötigt. Denn ca. 95 Prozent der Emissionen des EU-28 Transportsektors resultieren aus dem Straßenverkehr, und seine Emissionen steigen derzeit wieder.

Welche Maßnahmen werden darüber hinaus im Verkehrssektor weltweit ergriffen, um die vereinbarten Klimaziele von Paris zu erreichen? Welche Rolle spielen Elektromobilität und synthetische Kraftstoffe dabei zukünftig? Diesen Fragen gehen wir in unserem diesjährigen Schwerpunktkapitel auf den Grund. Darüber hinaus haben wir in bewährter Weise wichtige Themen und Zahlen aus dem Energiesektor im nationalen, europäischen und globalen Zusammenhang für Sie recherchiert und aufbereitet.

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Energie für Deutschland 2018 (gesamte Publikation)

Energy for Germany 2018 (English Version: Climate Protection in Road Traffic and Facts & Figures Germany)

Grafiken

Im Folgenden werden erstmalig die einzelnen Kapitel separat zum Download bereit gestellt.

1. Klimaschutz im Straßenverkehr – Globale Herausforderungen und Instrumente

  • Verkehrssektor verantwortet rund ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen
  • Zunahme des Verkehrs führte global zu 75 % Emissionsanstieg 1990 – 2015
  • Hohe Kraftstoffsteuern in der EU verfehlen bisher Steuerungswirkung
  • Herstellergrenzwerte zentrales EU-Instrument; weitere Effizienzsteigerungen nötig
  • Herausforderungen für die Zukunft: E-Mobilität, Sektorkopplung, Synfuels


2.1 Energie in der Welt / Zahlen und Fakten

  • Wachstum in China 2017 erneut Haupttreiber für weltweiten Energieverbrauch
  • Kohleverbrauch stagniert, Ölverbrauch verlangsamt; Gasnachfrage gestiegen
  • Stromverbrauchsanstieg in den G20-Ländern verlangsamt


2.2 Szenarien und Prognosen zur Entwicklung der Weltenergieversorgung

  • Zuwachsraten im globalen Energieverbrauch fallen deutlich niedriger aus
  • Erneuerbare werden stärker zur Deckung des Bedarfszuwachses beitragen
  • Neue Technologien drängen auf den Markt; Digitalisierung schreitet voran
  • Umwelt- und Klimafragen werden weltweit größeres Gewicht beigemessen


2.3 Klimaverhandlungen COP 23 von Fidschi in Bonn

  • Landwirtschaft stärker im Fokus, verantwortet rund ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen
  • Von den 15 größten CO2-Emittentenländern schafften es seit 1990 nur zwei, ihre Emissionen zu senken: Russland (-768 Mio t) + Deutschland (-242 Mio t)
  • WEC-Trilemma-Report 2017 erstmals auf der COP 23 vorgestellt


2.4 Entwicklung der weltweiten Stromerzeugungskapazitäten auf Basis EE

  • Anstieg der Kapazität erneuerbarer Energien seit 2008 mehr als verdoppelt auf 2.179 GW; Deutschlands Anteil hieran liegt bei 5,2 %
  • Kapazität von Windanlangen seit 2008 vervierfacht
  • Deutschland im weltweiten Länderranking bei Windkraft an dritter, bei Solarenergie an vierter und bei Bio-Energie an fünfter Stelle


2.5 Globale Entwicklung der Kernenergie

  • Deutschland steigt bis 2022 aus Stromerzeugung mit Kernenergie aus, bleibt aber aktiv in Sicherheits- und Endlagerforschung, bringt Know-how global ein
  • Weltweit bleibt Kernenergie relevanter CO2-armer Energieträger: 449 Anlagen in Betrieb, 56 im Bau, 158 in Planung; Zubau vor allem in Asien
  • Zukunftsstrategien: Neue Reaktorgenerationen und Fusionsforschung


2.6 Rohstoffnachfrage durch die Elektrifizierung der Mobilität

  • Elektromobilität wird die Nachfrage einzelner Rohstoffe stark erhöhen
  • Batterierohstoffe sind aus geologischer Sicht ausreichend verfügbar
  • Beschaffungsrisiken entlang der Wertschöpfungskette von Kobalt, Graphit, Lithium und Nickel


3.1 Energie in der Europäischen Union / Zahlen und Fakten

  • EU-28 Energiemärkte im Spannungsfeld zwischen Emissionsminderungen und Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit
  • Primärenergieverbrauch und CO2-Emissionen leicht gestiegen
  • Stromaustausch innerhalb der EU-28 weiterhin auf hohem Niveau


3.2 Energiepolitik in Frankreich

  • Ausbau erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Energieeffizienz sollen beschleunigt werden, um bis 2050 weitgehende Klimaneutralität zu erreichen
  • Abhängigkeit von Kernenergie, der wichtigsten Energiequelle des Landes, soll langfristig von rund 75 % auf 50 % reduziert werden
  • Frankreich plant, bis 2040 aus der Förderung von Öl und Gas auszusteigen


3.3 Reform des Europäischen Emissionshandelssystems (ETS)

  • Hohe Überschussmengen an Emissionsrechten haben erneute ETS-Reform notwendig gemacht
  • System soll robuster gegenüber Nachfrageschwankungen werden, indem schneller auf Überschussmengen oder drohende Unterdeckungen reagiert werden kann
  • Schutz für Industrien, die in intensivem internationalen Wettbewerb stehen


3.4 Die Verbindlichkeit der deutschen und internationalen Klimaziele

  • Im Pariser Klimaabkommen 2015 ist allein die Zusage völkerrechtlich verbindlich, die CO2-Emissionen der EU bis 2030 um 40 % gegenüber 1990 zu senken
  • Bisherige nationale Klimaziele für 2020 und 2030 sind rechtlich unverbindlich
  • Handlungsbedarf besteht allein bei den Sektoren außerhalb des EU-ETS, hier wird Deutschland seine europarechtlich verbindlichen Ziele verfehlen


3.5 Eine Einordnung zur Bedeutung russischen Erdgases für den EU-Binnenmarkt am Beispiel von Nord Stream 2

  • Europas Import-Bedarf für Erdgas wird weiter steigen
  • Nord Stream (1 und 2) sichert Europa Zugang zu wettbewerbsfähigem Erdgas
  • Ausbau der Erdgas-Infrastruktur – ob Pipelines, Interkonnektoren oder LNG-Terminals – notwendig zur Diversifizierung des Gasportfolios


4.1 Energie in Deutschland / Zahlen und Fakten

  • Deutschland an siebter Stelle der Rangliste der größten globalen Energiemärkte
  • Energieverbrauch halb so hoch wie im weltweiten Durchschnitt gemessen am BIP
  • 70 % des Energieverbrauchs durch Importe gedeckt, wichtigster Energie-Rohstofflieferant ist Russland; erneuerbare Energien und Braunkohle einzige heimische Energiequellen


4.2 Erfahrungen bei den bisherigen EEG-Ausschreibungen

  • Förderhöhen sind gegenüber den vom Bundestag festgesetzten Fördersätzen stark gesunken
  • Deutschland liegt oberhalb des gesetzlichen EEG-Ausbaupfades
  • Schon heute ist das gemäß EEG erst für 2020 vorgesehene Ziel von 35 % erreicht


4.3 Power-to-Gas-Projekte in Deutschland – eine Übersicht

  • Bereits über 30 Projekte in ganz Deutschland zur Erprobung und Demonstration
  • Einspeisung von Wasserstoff in Gasnetze bereits heute möglich (< 10 %)
  • Derzeitige gesetzliche Rahmenbedingungen berücksichtigen PtG noch nicht


4.4 Klimapfade für Deutschland – Klimastudie aus Sicht der deutschen Industrie

  • Technologieoffene und marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen benötigt, die EU-Zielvorgaben und globale wettbewerbliche Konkurrenz berücksichtigen
  • Kosteneffiziente Klimapfade bedeuten Mehrinvestitionen von bis zu 2,3 Billionen Euro bis 2050
  • 80 %-Pfad kommt mit bestehenden Technologien aus, 95 % Pfad setzt Nullemissionen in fast allen Sektoren voraus
  • Im globalen Verbund bietet Klimapolitik auch wirtschaftliche Chancen