Energie in der Welt: Internationale Wasserstoffstrategien und -partnerschaften

Über 20 Staaten weltweit haben bereits eigene Wasserstoffstrategien erlassen oder geplant, dies zeitnah zu tun. Mehr als 30 weitere Länder unterstützen entweder nationale Wasserstoffprojekte oder diskutieren politische Schritte zur Nutzung von Wasserstoff (H2). Zu diesem Schluss kommt die Studie International Hydrogen Strategies des Weltenergierat – Deutschland aus dem Jahr 2020.

Die geopolitische Dimension von Wasserstoff

Die Erzeugung und der Verbrauch von Wasserstoff fallen geografisch jedoch nicht immer zusammen. Es zeichnet sich deshalb bereits ab, dass viele Staaten ihren Bedarf an grünem Wasserstoff nicht durch die eigenen Erzeugungskapazitäten werden decken können, etwa aufgrund limitierter Erneuerbarer-Energien-Potenziale. Dicht besiedelte Länder mit großem Energiebedarf und hoher Bevölkerungsdichte, wie Deutschland, Japan und Südkorea, rechnen damit, einen erheblichen Teil ihres H2-Bedarfs mittel- und langfristig importieren zu müssen.

Der Grundstein für grenzüberschreitende Energiepartnerschaften zu Wasserstoff wird bereits heute gelegt. In den vergangenen Monaten hat sich weltweit eine Reihe bi- und trilateraler H2-Beziehungen gebildet. Die Bandbreite der Vereinbarungen reicht dabei von anfänglichen Gesprächen über eine mögliche Zusammenarbeit, über Absichtserklärungen (Memorandum of Understanding) zwischen Ländern wie Deutschland und Tunesien, den Niederlanden und Portugal oder Südkorea und Israel bis hin zu konkreten Kooperationsprojekten.

Internationale Wasserstoffpartnerschaften. Stand: September 2021

Auffällig ist, dass sich die Kooperationsbeziehungen bislang schwerpunktmäßig auf einige wenige Länder konzentrieren. Besonders viele internationale H2-Partnerschaften sind bis dato Japan, Südkorea, Deutschland und Australien eingegangen. Während es sich bei den ersten drei Ländern um voraussichtliche Nettoimporteure von Wasserstoff handelt, strebt Australien, entsprechend seiner nationalen H2-Strategie von November 2019, eine Vorreiterstellung beim Export von CO2-armem Wasserstoff auf dem Weltmarkt an. Geopolitische Überlegungen spielen in den Regierungsstrategien aller vier Länder eine Rolle.

Fazit und Ausblick

Bei Wasserstoff handelt es sich um ein globales Thema. Das beweist die große Anzahl an nationalen H2-Strategien, die in den letzten Monaten veröffentlicht worden ist. Das H2-Thema hat gleichzeitig erhebliche Implikationen für die Geopolitik sowie für die Ausgestaltung der globalen Wertschöpfungsketten. Länder mit begrenzten EE-Potenzialen, aber einem hohen künftigen H2-Bedarf, werden einen Großteil des benötigten Wasserstoffs importieren müssen. Im Umkehrschluss ergeben sich dadurch

für Staaten mit günstigen Standorten für die Erneuerbaren-Produktion ökonomische Chancen durch den Export von EE-Strom, Wasserstoff und seinen Derivaten oder die Errichtung einer eigenständigen H2-Wirtschaft. Die ersten zwischenstaatlichen Partnerschaften zu Wasserstoff wurden bereits begründet, bislang vor allem auf bi- und trilateraler Ebene. Es steht zu vermuten, dass ihre Anzahl künftig weiter rasant steigen wird, ebenso wie die Zahl der nationalen H2-Pläne.

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