Studien

Neben der jährlich erscheinenden Publikation „Energie für Deutschland“ veröffentlicht der Weltenergierat – Deutschland Analysen zu aktuellen Energiethemen mit internationalen Bezug.

 

„Internationale Aspekte einer Power-to-X-Roadmap“

Ausgangspunkt für das Studienprojekt ist die Diskussion um die Sektorkopplung in Deutschland und die Erwartung, dass Deutschland seine Dekarbonisierungsziele im Energiesektor ohne den Import von grünen Treibstoffen/Gasen nicht erreichen kann, da die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien in Deutschland begrenzt ist. Die Grundidee des Projekts ist es,

  • einen Überblick zu geben, wie groß die deutsche bzw. globale Power-to-X-Nachfrage in Abhängigkeit definierter Annahmen sein könnte.
  • Kriterien zu identifizieren, die für Investitionsentscheidungen für Power-to-X-Anlagen und den Export der Produkte relevant sind (Wind-/Sonnenverfügbarkeit, vorhandene Transportinfrastruktur von Gas/Öl, Häfen, Zinssätze/Länderrisiko-Exposition, Wasserverfügbarkeit etc.).
  • beispielhaft eine Handvoll möglicher Länder zu identifizieren und die Kriterien anzuwenden, sowie die Ergebnisse mit Experten aus diesen Ländern im Rahmen des WEC-Netzwerkes zu validieren. Somit sollen attraktive Standorte eruiert werden und inwieweit diese dazu beitragen könnten, im Rahmen einer zukünftig kohlenstoffarmen Welt CO2-neutrale Energie nach Deutschland zu exportieren.
  • mögliche Ansatzpunkte für eine wirtschaftliche Kooperation zur Entwicklung dieser Infrastruktur zu identifizieren und an geeignete Adressaten zu richten.

Die Veröffentlichung ist für Herbst 2018 geplant.

 

„The North Sea Opportunity“

Die Nordsee spielt wegen ihres hohen Potenzials eine entscheidende Rolle im Rahmen der Transformation der Energiesysteme im Nordwesten Europas. Durch den graduellen Wandel von fossilen hin zu erneuerbaren Energien könnte bis 2050 eine nachhaltige Wertschöpfung von bis zu 200 Milliarden Euro generiert werden. Einsparungen von Treibhausgasemissionen bis zu 5.570 Megatonnen wären möglich. Zu dieser Einschätzung gelangt der Weltenergierat – Niederlande in seiner am 15. Juni 2017 veröffentlichten Studie „North Sea Opportunity“, den die Weltenergierat-Komitees UK, Norwegen, Dänemark, Belgien und Deutschland inhaltlich unterstützt haben.

Durch Synergieeffekte und Kooperationen zwischen staatlichen Institutionen und Unternehmen könnten beispielsweise die Kosten für Rückbau oder Transformation von Öl- und Gasplattformen sowie für den Bau neuer Offshore-Windparks signifikant reduziert werden. Damit sinken auch die Kosten für die Energiewende insgesamt. Neue Geschäftsmodelle entstehen, beispielsweise durch Kohlenstoffspeicherung (CCS), Kultivieren von Meeresalgen in Offshore-Windparks oder die Möglichkeit der Wasserstoffproduktion durch intelligente Weiternutzung ehemaliger Öl- und Gasplattformen.

Im Januar 2018 wurde die Nachfolgestudie „Bringing North Sea Energy Ashore Efficiently“ veröffentlicht. Im Schwerpunkt werden Produktion und Transport von Wasserstoff, die Rolle der Häfen als Energy Hubs sowie Möglichkeiten internationaler Kooperation beleuchtet.

 


 

 

Demand Side Management – Potenziale in der energieintensiven Industrie

Lastregelung, auf Englisch auch Demand Side Management (DSM) oder Demand Response genannt, bezeichnet die Steuerung des Energieverbrauchs auf der Nachfrageseite, um Regelenergie zur Verfügung zu stellen und dadurch die Stromnetze zu stabilisieren. Die Rolle der Industrie in Deutschland für DSM als Beitrag zur Energiewende wird in vielen Debatten stark unterstrichen. Dr. Frank Holtrup hat im Auftrag des  Weltenergierat – Deutschland in der Studie „Potenzial für Demand Side Management der energieintensiven Industrie in Deutschland – Eine Kostenbetrachtung am Beispiel der Chlor-Alkali-Elektrolysen“ am Beispiel der Chlorherstellung qualitativ abgeschätzt, welche Kosten tatsächlich beim DSM anfallen.

Um DSM auf eine breite Basis zu stellen und möglichst viele große Konsumenten zur Teilnahme am DSM zu inzentivieren, müssen die Vergütungen an technische und wirtschaftliche Parameter der unterschiedlichen Prozesse angepasst werden. Die Ergebnisse des Papiers widersprechen anderen Studien, die u. a. in das Grünbuch der Bundesregierung mit eingeflossen sind. Während im Grünbuch von einem Einsparpotenzial von 5 bis 15 GW Leistung ausgegangen wird, legen die Berechnungen von Dr. Holtrup und andere Studien kurz- bis mittelfristig ein Potenzial von nur ca. 3 GW dar.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht: „Potenzial für Demand Side Management der energieintensiven Industrie in Deutschland – Eine Kostenbetrachtung am Beispiel der Chlor-Alkali-Elektrolysen“

 

 

„Klimawandel: Was er für die Energiewirtschaft bedeutet“

Die Energiewirtschaft ist einerseits einer der Hauptverursacher des Klimawandels, andererseits wird sie in besonderem Maße unter ihm leiden. Denn in den kommenden Jahrzehnten wird die Branche sowohl die vielfältigen Folgen der Erderwärmung zu spüren bekommen als auch jene der Klimapolitik. Zwar bestehen gerade in der Energiewirtschaft viele technische Möglichkeiten, Emissionen zu mindern. Um Klimaschutz marktkonform und technologieneutral voranzutreiben, muss CO2 weltweit einen Preis bekommen. Das wäre ein besonders effizienter Weg, Investitionen für Klimaschutz anzureizen.

Dies sind Kernergebnisse eines vom Weltenergierat – Deutschland und dem Wissenschaftsportal klimafakten.de veröffentlichten Reports. Unter dem Titel „Klimawandel: Was er für die Energiewirtschaft bedeutet“ fasst der Report erstmals in deutscher Sprache die Kernergebnisse des jüngsten Weltklimaberichts zusammen, die für den Energiesektor relevant sind.

Hier finden Sie eine digitale Version der Broschüre. Gern senden wir Ihnen auf Anfrage auch eine gedruckte Broschüre zu.


 

Versorgungssicherheit europäisch denken

Chancen und Voraussetzungen einer intensivierten mitteleuropäischen Integration der Strom- und Leistungsmärkte

Anlässlich der Diskussionen um das Strommarktdesign der Zukunft und der Vision einer europäischen Energieunion hat der Weltenergierat – Deutschland die Prognos AG mit einer Untersuchung der Vorteile einer engeren Strommarktintegration in Europa beauftragt. In dieser bisher umfangreichsten Potenzialanalyse wurden die Chancen und Voraussetzungen einer intensivierten europäischen Integration der Strom- und Leistungsmärkte analysiert und vielversprechende Synergiepotenziale identifiziert.

Unter der Voraussetzung eines Stromnetzes, das nicht mehr durch die jetzigen Netzengpässe eingeschränkt wäre, könnten in den sieben Ländern des Pentalateralen Forums (DE, BE, NL, LU, FR, AT, CH) im Jahr 2030 zwischen 2 und 15 Gigawatt Leistung weniger vorgehalten werden, im wahrscheinlichsten Fall zwischen 8 und 10 Gigawatt. Hierzu müssten der in Europa nicht immer gleichzeitige Verbrauch und die durch das Wetter variierende Einspeisung durch Erneuerbare besser ausgenutzt werden. Im gesamten Untersuchungsraum von 15 Ländern Europas wären es sogar zwischen 15 und 50 Gigawatt Leistung, im wahrscheinlichsten Fall zwischen 27 und 34 Gigawatt.

Hier finden Sie den Link zur Studie.
Hier finden Sie den Link zur Studie in Englisch.


 

The benefits of coordination

Increasing welfare through coordination of German and Dutch
energy markets and policies

Durch eine bessere Ausrichtung der Energiepolitiken und -märkte in den Niederlanden und in Deutschland, lassen sich Einsparungen in beiden Ländern von mehreren Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften.

Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der niederländischen und deutschen Sektion des Weltenergierates, die auf  Erfahrungen und Festlegungen der deutschen Energiewende und des niederländischen Energieakkords aufbaut. Am 14. Oktober 2014 wurde die Studie im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung in der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Berlin präsentiert.

Hier finden Sie den Link zur Studie.


 

Bedeutung internationaler Wasserkraft-Speicherung für die Energiewende

Mit dem fortschreitenden Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland steigen die Anforderungen an unser bestehendes Energiesystem. Speichertechnologien werden als eine Option für die Integration fluktuierender erneuerbarer Energie gesehen, darunter auch vorhandene Wasserkraftspeicher im Ausland.

Als Weltenergierat – Deutschland wollen wir einen fundierten Beitrag zur öffentlichen Debatte über die Zukunft des Energiesystems leisten. Gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern wurden die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nutzung von Wasserkraftspeichern in Österreich, der Schweiz, Norwegen und Schweden geprüft. Die durch die Prognos AG erstellte Studie „Bedeutung der internationalen Wasserkraft-Speicherung für die Energiewende“ untersucht die Speicherpotenziale in den betrachteten Ländern sowie die effiziente und ökonomisch sinnvolle Nutzung dieser Potenziale.