Zahlen und Fakten zum europäischen Energiemarkt 2025
Zahlen und Fakten zum europäischen Energiemarkt 2025
– Trotz einer moderaten Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,5 % kam es 2025 zu keinem Anstieg des Gesamtenergieverbrauchs in der EU.
– Die EU27 deckte 57 % ihres Energiebedarfs durch Importe.
– Erneuerbare Energien blieben mit einem Anteil von 21,3 % drittwichtigste Primärenergiequelle der EU; ihr Anteil an der Stromerzeugung lag bei 47 %.
Die EU verzeichnete zu Jahresbeginn 2025 das vierte Jahr in Folge ein Bevölkerungswachstum, bei stabilem Wirtschaftswachstum und einer weiter gesunkenen Inflation. Bei begrenzten eigenen Vorkommen bleibt die EU stark importabhängig: 2025 wurden Steinkohle, Öl und Erdgas im Wert von 303 Mrd. € eingeführt, wobei die USA mit Abstand größter Lieferant waren, gefolgt von Norwegen und Kasachstan. Aus Russland bezog die EU noch Energierohstoffe im Wert von 17,3 Mrd. € – das entspricht 5,7 % der Drittlandsimporte. Ab Ende 2027 soll ein dauerhaftes Importverbot für russisches Erdgas greifen, das Ungarn und die Slowakei juristisch anfechten wollen. Parallel dazu wächst die Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen für die Energiewende: China deckte 2024 fast die Hälfte der EU-Importe seltener Erden. Mit dem Critical Raw Materials Act und dem RESourceEU-Aktionsplan will die EU ihre Bezugsquellen diversifizieren und eigene Förder-, Recycling- und Verarbeitungskapazitäten ausbauen.
Beim Primärenergieverbrauch blieb Erdöl mit 33,8 % der größte Energieträger, vor Erdgas, Erneuerbaren, Kernenergie und Kohle, deren Anteil weiter zurückging. In der Stromerzeugung wurde 2025 bereits zum zweiten Mal in Folge mehr Strom aus Solar- und Windkraft gewonnen als aus Kohle und Gas zusammen; der Solaranteil wuchs das vierte Jahr in Folge um über 20 % und übertraf erstmals die Wasserkraft.
Die Kernenergie blieb mit 23,4 % stabil größter Einzelbeitrag zur Stromerzeugung – allerdings mit deutlichen Unterschieden je Land: Belgien kehrte seine Atomausstiegspolitik um, Polen plant den Einstieg in die Kernenergie, während Spanien am Ausstieg bis 2035 festhält. Bei den Erneuerbaren erreichte die installierte Leistung in der EU27 Ende 2025 779 GW – ein Plus von knapp 9,8 % gegenüber dem Vorjahr, angetrieben vor allem durch den Solarzubau, mit Deutschland als stärkstem Ausbauland. Die CO₂-Emissionen der EU27 lagen 2025 bei 2.372 Mio. t bzw. 5,3 t pro Kopf und damit rund 15 % über dem Weltdurchschnitt, aber deutlich unter dem Pro-Kopf-Wert der USA.