24/06/2026: G20-Energiedaten 2025: Rekord beim Erneuerbaren-Ausbau, fossile Dominanz bleibt
• Weltenergierat – Deutschland e. V. veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Think Thank Enerdata die zentralen G20-Energiezahlen für 2025.
• Erneuerbare Energien deckten 2025 erstmals den gesamten weltweiten Zuwachs der Stromerzeugung ab und haben damit die Kohle als größte globale Stromerzeugungsquelle abgelöst.
• Trotz Rekordausbau bei Solar und Wind decken fossile Energieträger weiterhin rund 80 Prozent des globalen Primärenergieverbrauchs.
• Der Kohleverbrauch in den USA stieg um 14 Prozent, während China 64 Prozent des globalen Erneuerbaren-Zubaus beisteuerte und seine CO2-Emissionen um 1 Prozent senkte.
Erneuerbare treiben das Wachstum der Stromerzeugung
Das Jahr 2025 markiert einen Einschnitt in der globalen Stromerzeugung: Zum ersten Mal deckten erneuerbare Energien (EE) den gesamten Zuwachs der weltweiten Stromerzeugung ab. Solar-PV trug zu 75 Prozent zu diesem Zuwachs bei. Damit haben Erneuerbare die Kohle als bislang wichtigste Quelle der weltweiten Stromerzeugung abgelöst.
692 Gigawatt (GW) neue erneuerbare Kapazität wurden 2025 weltweit installiert, nach 595 GW im Vorjahr. Davon entfielen 510 GW auf Solar und 159 GW auf Wind. China war mit 440 GW beziehungsweise 64 Prozent des weltweiten Zubaus mit Abstand der größte Einzelakteur. Das Land installierte allein 314 GW Solarkapazität und 118 GW Wind im Jahresverlauf. Der gemeinsame Anteil von Wind und Solar an der G20-Stromerzeugung erhöhte sich auf 19 Prozent, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Fossile Energieträger bleiben dominant
Fossile Energieträger deckten gleichwohl weiterhin mehr als 80 Prozent des globalen Primärenergieverbrauchs. Dieser Anteil hat sich seit 2010 nur geringfügig verändert. Der Zubau erneuerbarer Kapazitäten hat bislang überwiegend die wachsende Energienachfrage bedient.
Der Primärenergieverbrauch der G20-Staaten wuchs 2025 mit einem Plus von 1,4 Prozent langsamer als in den Vorjahren, in denen er jährlich um rund 2 Prozent gestiegen war. Dafür gibt es mehrere Ursachen: In einigen Ländern verringerte der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Strommix den absoluten Energiebedarf, da Erneuerbare in der Stromerzeugung annahmegemäß effizienter sind als thermische Kraftwerke. In Ländern wie Deutschland, Japan und Südkorea ging der Energieverbrauch auch deshalb zurück, weil die Produktion energieintensiver Industrien wie Stahl, Zement und Chemie sank.
China und USA entwickeln sich gegensätzlich
Innerhalb der G20-Gruppe verliefen die Entwicklungen erkennbar unterschiedlich. China senkte seine CO2-Emissionen um 1 Prozent, getragen von geringerer Zement- und Stahlproduktion sowie dem EE-Ausbau im Stromsektor. Die USA verzeichneten nach zwei Jahren des Rückgangs einen Anstieg der CO2-Emissionen um 3 Prozent. Der Kohleverbrauch im Land stieg um 14 Prozent, die Stromerzeugung aus Kohle und Öl um 13 beziehungsweise 16 Prozent. Der Anstieg ist auf eine kohlefreundliche Energiepolitik, einen kälteren Winter sowie eine stark gestiegene Stromnachfrage zurückzuführen, zu der Rechenzentren wesentlich beitrugen. Auf den Stromsektor insgesamt entfielen rund 40 Prozent des U.S.-Emissionsanstiegs. China überholte die USA erstmals als größten Ölverbraucher der Welt, mit einem Anteil von 24 Prozent am G20-Ölkonsum gegenüber 23 Prozent in den USA.
„Was die G20-Daten für 2025 besonders deutlich machen: Es gibt nicht die eine Energiewende. China senkt Emissionen und baut Erneuerbare in einem Tempo aus, das alle Vergleiche sprengt. Die USA gehen energiepolitisch einen anderen Weg. Diese Divergenz ist keine Kleinigkeit, sie hat Konsequenzen für globale Klimaziele, für Handelsbeziehungen und für die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Industrien.“, sagt Dr. Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierat – Deutschland e.V.
Europa: Weniger Emissionen, mehr Gasverbrauch
In Europa gingen die CO2-Emissionen in Deutschland um rund 4 Prozent zurück, wobei die Zahlen sowohl den Rückgang energieintensiver Industrieproduktion als auch den Ausbau erneuerbarer Energien als ursächlich ausweisen. In der Europäischen Union (EU) insgesamt blieben die Emissionen stabil. Der Gasverbrauch stieg nach drei Jahren des Rückgangs um fast 3 Prozent, bedingt durch einen kälteren Winter und eine geringere Wasserkraftproduktion. Die EU installierte 2025 erneut rund 60 GW Solar- und 12 GW Windkapazität.
Die Zahlen des Jahres 2025 zeigen eine globale Stromerzeugung im strukturellen Wandel und einen Gesamtenergiemix, der von hoher Kontinuität geprägt bleibt. Welche Dynamik sich daraus für die Energiemärkte und die Klimaziele der G20-Staaten ergibt, werden die Zahlen des Jahres 2026 zeigen.
Eine ausführliche Auswertung der G20-Zahlen können Sie hier abrufen.
Einen Überblick über zentrale Trends und Entwicklungen im deutschen sowie europäischen Energiemarkt 2025 finden Sie außerdem hier.
Über den Weltenergierat – Deutschland e.V.:
Der Weltenergierat – Deutschland repräsentiert durch seine Mitglieder alle Energieträger und Technologien. Er ist die unabhängige Stimme für internationale Energiefragen in Deutschland. Sein Ziel ist es, die globale Perspektive in die nationale Debatte einzubringen und das Energiesystem der Zukunft zu gestalten. Als Teil des World Energy Council vertritt der Weltenergierat das deutsche Energiesystem im größten internationalen Netzwerk der Energiewirtschaft. Seit 100 Jahren setzt er sich weltweit für eine nachhaltige Energieversorgung zum Wohl aller Menschen ein.