Energie in Deutschland: Zahlen und Fakten

Eckdaten des deutschen Energiemarktes

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 437,8 Mio. t SKE Energie verbraucht. Damit steht Deutschland in der Rangliste der größten Energiemärkte der Welt nach China, USA, Russland, Indien, Japan und Kanada an siebter Stelle. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Energieverbrauch in Deutschland 2019 um 2,1 % verringert. Die fortgesetzte Verbesserung der Energieeffizienz, die abgeschwächte wirtschaftliche Entwicklung vor allem der energieintensiven Industrie sowie Veränderungen im Energiemix sind für den Verbrauchsrückgang im Jahr 2019 verantwortlich.

Der Primärenergieverbrauch pro Einwohner lag 2019 bei 5,27t SKE, das entspricht dem Doppelten des weltweiten Durchschnitts, andererseits  der Hälfte des Vergleichswertes der USA. Im Zeitraum 1990 bis 2019 hat sich die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz jedoch in Deutschland um 43 % verbessert.

Importierte Energien decken 72 % des Energieverbrauchs. Erneuerbare Energien und Braunkohle sind die einzigen heimischen Energiequellen, über die Deutschland in größerem Umfang verfügt. Die Energieimporte sind nach Energieträgern und Herkunftsländern diversifiziert. Die bedeutendsten Energie-Rohstofflieferanten der Bundesrepublik Deutschland waren 2019 Russland, Norwegen, Großbritannien, USA, Libyen, Niederlande, Kasachstan und Nigeria.

Strom

2019 betrug die gesamte Brutto-Stromerzeugung 604,1 TWh. Die Struktur der Brutto-Stromerzeugung nach Einsatzenergien zeigte folgendes Bild: Erneuerbare Energien 40,1 %, Braunkohle 18,8 %, Erdgas 15,1 %, Steinkohle 9,5 %, Kernenergie 12,4 %, sowie Heizöl und sonstige Energien 4,1 %.

Die Erzeugung an deutschen Standorten wurde ergänzt durch Einfuhren von Elektrizität, die 2019 rund 39,6 TWh betrugen. Der Saldo aus Exporten und Importen belief sich 2019 auf 34,9 TWh gegenüber 51,2 TWh im Jahr 2018. Wichtigster Grund für diese Entwicklung ist der Rückgang der Erdgaspreise, der zu einer verstärkten Inanspruchnahme von Gaskraftwerken in den Nachbarstaaten Deutschlands geführt hatte.

Der Energiemix in der Stromerzeugung wird insbesondere durch  folgende  Faktoren  bestimmt:  den  politisch  geförderten Ausbau der erneuerbaren Energien, den 2011 beschlossenen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie,  die  Kosten  bzw.  Preise für Braunkohle, Steinkohle und Erdgas sowie die CO2-Preise. Im Vergleich zum Jahr 2018 hat  sich insbesondere  die  Stromerzeugung  aus  Steinkohle  und  Braunkohle  vermindert,  während  die  Stromerzeugung  aus  erneuerbaren  Energien  und  aus  Erdgas  zunahm. Die  Stromerzeugung aus Kernenergie  blieb  praktisch  konstant.

Erneuerbare Energien

Insgesamt nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2019 um 8,4 % gegenüber 2018 zu. Mit 52% steht Windenergie an erster Stelle in der Stromerzeugung, gefolgt von PV und Biomasse  mit fast gleichen Anteilen (19 %). Auch die Wasserkraft trägt mit 8% sowie Müllverbrennung (5,7%) und Geothermie (weniger als 1%) zur Stromversorgung bei.

Der Endenergieverbrauch für Wärme aus erneuerbaren Energien betrug im Jahr 2019 rund 176,4 TWh. Damit waren erneuerbare Energien am gesamten Endenergieverbrauch Wärme 2019 mit 14,5 % beteiligt. Der Endenergieverbrauch aus erneuerbaren Energien im Verkehrssektor belief sich 2019 auf 36,9 TWh Bzw. 5,6%.

Mineralöl

Im Jahr 2019 wurde Deutschland aus insgesamt 29 Staaten mit Rohöl versorgt. Bedeutendster Lieferant mit einem Anteil von 31,5 % ist Russland, weiter folgen Großbritannien, Norwegen, Libyen, Kasachstan, USA und Nigeria.

Die Aufteilung des gesamten Inlandsabsatzes nach Verbrauchsbereichen stellte sich 2019 wie folgt dar: Knapp zwei Drittel entfallen auf den Verkehrssektor. Das verbleibende Drittel verteilt sich auf die Industrie sowie den Sektor Haushalte/Gewerbe/Dienstleistungen. Der Einsatz von Öl in Kraftwerken ist gering.

Erdgasverbrauch steigt

Über 90 % des Erdgasbedarfs werden durch Importe gedeckt. Wichtigster Lieferant ist Russland, gefolgt von Norwegen und den Niederlanden. Der Erdgasverbrauch betrug 2019 (2018) rund 982,1 (951,2) TWh. Auf den Sektor Haushalte und Kleinverbrauch entfielen 42 %. Die Industrie war mit 38 % am Erdgasverbrauch beteiligt. Der Einsatz in Kraftwerken der Strom und Wärmeversorger machte 20 % aus. Wichtigste Ursachen für den 2019 verzeichneten Verbrauchsanstieg im Vergleich zum Vorjahr war der vergrößerte Einsatz von Erdgas in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung – begünstigt durch den Rückgang der Erdgaspreise und die Erhöhung der Notierungen für CO2-Zertifikate.

Braunkohle

In Deutschland wurden 2019 rund 131,3 Mio. t Braunkohle – entsprechend 40,6 Mio. t SKE – gefördert, was 99,9 % der genutzen Braunkohle ausmacht. Schwerpunkt der Braunkohlennutzung ist die Stromerzeugung. Nach den Kraftwerken der allgemeinen Versorgung repräsentieren die Veredlungsbetriebe den wichtigsten Abnahmebereich der Rohbraunkohle.

Die Bundesregierung hat am 29. Januar 2020 das Gesetz zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur Änderung weiterer Gesetze („Kohleausstiegsgesetz“) beschlossen, wasunter anderem einen konkreten Stilllegungspfad für die in Deutschland bestehenden Braunkohlenkraftwerksblöcke bis 2038 vorsieht.

Steinkohle

Gemäß dem „Kohleausstiegsgesetz“ sollen Steinkohlekraftwerke im Zeitraum bis 2026 über Ausschreibungsverfahren stillgelegt werden, wofür die jeweiligen Betreiber finanziell kompensiert werden. So betrug im Jahr 2019 das Aufkommen an Steinkohle nach vorläufigen Berechnungen rd. 37,9 Mio. t SKE und unterschritt damit das Vorjahresniveau von 47,1 Mio. t SKE um 19,5 %. Nach Beendigung des Steinkohlenbergbaus in Deutschland im Jahr 2018 wurde das Aufkommen ausschließlich durch Importe erbracht. Wichtigste Importländer für Steinkohle sind Russland, USA, Kolumbien, Südafrika, Kanada und Australien.

Der Steinkohleneinsatz zur Strom- und Wärmeerzeugung verminderte sich 2019 um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Der Verbrauch der inländischen Stahlindustrie verringerte sich 2019 um 3,9 % auf 19,6 Mio. t SKE. Der Verbrauch im Wärmemarkt (Gießereien, Fernheizkraftwerke, Kleingewerbe und private Haushalte) verringerte sich 2019 um 9,1 % auf rd. 1,0 Mio. t SKE

CO2-Emissionen

Die CO2-Emissionen in Deutschland haben 2019 – einschließlich Industrieprozesse und Landwirtschaft 705,6 Mt betragen  (6,6 % weniger als im 2018). Wichtigste Ursache für diese Reduktion war der Rückgang der Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle. Im Zeitraum 1990 bis 2019 sanken die nicht-temperaturbereinigten Gesamtemissionen an CO2 um 346,7 Mio. t entsprechend 32,9 %. Die gesamten Treibhausgas-Emissionen haben sich ebenso verringert. Wegen des milden Winters 2020 und insbesondere aufgrund des Sondereffekts Corona-Virus wird das Ziel der Bundesregierung, die Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2020 um 40 % gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 zu senken, voraussichtlich doch noch erreicht.

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