Länderprofil Saudi-Arabien
– Im Jahr 2025 stieg der Energieverbrauch der G20-Länder um 1,4 % – und damit langsamer als im Zeitraum 2022 bis 2024.
– Der Kohleverbrauch der G20-Gruppe blieb weitgehend stabil. Während er in großen Staaten wie China stagnierte und in Indien zurückging, nahm er in den USA zu.
– Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg erneut um 9 %, angetrieben durch Rekordausbauzahlen bei den Solar- und Windkraftanlagen in China.
– Die CO2-Emissionen in den G20-Staaten blieben 2025 insgesamt stabil, wobei sie in vielen OECD-Ländern – vor allem in den USA – stiegen und in Nicht-OECD-Ländern, vor allem in China, zurückgingen.
Das Königreich Saudi-Arabien ist die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich 2025 auf rund 1.181,7 Mrd. Euro. Die Öl- und Gaswirtschaft prägt Staatseinnahmen, Exporterlöse, die heimische Energieversorgung sowie große Teile der industriellen Wertschöpfung. Saudi-Arabien verfügt mit rund 36 Gigatonnen über die größten konventionellen Erdölreserven weltweit. Zu den bedeutendsten Vorkommen gehören das Ghawar-Feld als größtes Onshore-Ölfeld der Welt sowie das Safaniya-Feld als größtes Offshore-Ölfeld der Welt. Darüber hinaus verfügt das Königreich über neun Raffinerien mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 3,3 Mio. Barrel pro Tag. Trotz ambitionierter Diversifizierungsziele wird der Primärenergieverbrauch des Landes weiterhin nahezu vollständig durch fossile Energieträger gedeckt. Im Jahr 2025 entfielen 59 % des Primärenergieverbrauchs auf Erdöl und weitere 40 % auf Erdgas. Die installierte Stromerzeugungskapazität lag Ende 2024 bei 91,1 Gigawatt (GW) und basierte zu 95 % auf fossilen Energieträgern. Die Stromerzeugung in Höhe von 471,4 Terrawattstunden (TWh) verteilte sich wie folgt:
– Erdgas: 63,7 %,
– Erdöl: 32,1 %,
– Solarenergie: 3,9 %,
– Windenergie: 0,3 %.
Der Gassektor gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die vermarktete Erdgasproduktion erreichte 2024 rund 138 Mrd. m³. Mit Gasreserven von 9.651 Mrd. m³ verfügt Saudi-Arabien über die fünftgrößten Erdgasreserven der Welt. Das geförderte Erdgas wird überwiegend zur Stromerzeugung und für industrielle Anwendungen genutzt. Im Rahmen der Saudi Green Initiative verfolgt das Königreich das Ziel, bis 2030 rund 50 % seines Stroms aus erneuerbaren Energien und die übrigen 50 % aus Erdgas zu erzeugen. Hierfür sollen bis 2030 Solar- und Windkraftkapazitäten zwischen 100 und 130 GW errichtet werden. Parallel dazu ist der Ausbau von 42 GW zusätzlicher Gaskraftwerksleistung vorgesehen. Langfristig strebt Saudi-Arabien Netto-Null-Emissionen bis 2060 an. Zugleich positioniert sich das Land als potenzieller Exporteur klimaneutraler Energieträger. Mit dem NEOM Green Hydrogen Project entsteht derzeit die weltweit größte Wasserstofffabrik, die ab Ende 2026 mit rund 4 GW Elektrolysekapazität grünen Wasserstoff und Ammoniak produzieren soll. Ergänzend investiert Saudi-Arabien umfangreich in CCS-Technologien zur Herstellung von blauem Wasserstoff.
Für Deutschland gewinnt Saudi-Arabien sowohl als energiepolitischer Partner als auch als potenzieller Lieferant klimaneutraler Energieträger an Bedeutung. Neben einer vertieften Zusammenarbeit im Energiebereich stehen insbesondere Wasserstoff, Ammoniak sowie Technologien für Netze, Speicher und industrielle Dekarbonisierung im Fokus.